Pfefferminzia: Sie haben im März 2018 den Fonds Schroder ISF Flexible Retirement gestartet. Welche Idee steckt dahinter?

Charles Neus: Wir haben Gespräche mit Versicherern geführt und dabei festgestellt, dass es neue Produkte für das Ablaufmanagement fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherungen braucht. Kunden bauen über 20, 30 oder 40 Jahre Vermögen innerhalb ihrer Fondspolicen auf. Rückt der Rentenbeginn aber näher, muss das Risiko herausgenommen werden, um das Vermögen zu sichern.

Bisherige Modelle im Ablaufmanagement sehen vor, das Geld sukzessive über etwa drei Jahre vor der Auszahlungsphase in risikoarme Produkte wie Anleihe- oder Geldmarktfonds umzuschichten. Angesichts der nun schon jahrelang niedrigen Zinsen bringt das aber nur sehr wenig bis gar keine Rendite. Also musste ein neues Produkt her, das Risiko rausnimmt, aber die Aussicht auf mehr Rendite bietet. Und deshalb haben wir den Schroder ISF Flexible Retirement aufgelegt. Er beruht auf einem Konzept, mit dem wir in Großbritannien bereits gute Erfahrungen gesammelt haben.

Was kann dieser Fonds besser?

Neus: Es handelt sich dabei um ein breit gestreutes Multi-Asset-Portfolio mit einer Basisaufteilung in 45 Prozent aussichtsreiche Anlagen wie weltweite Aktien, 45 Prozent risikoarme Anlagen wie Anleihen und 10 Prozent Inflationstitel, zu denen etwa Rohstoffe, Gold und Immobilien gehören.

Je nach Marktsituation können die Fondsmanager Urs Duss und Ugo Montrucchio von dieser Aufteilung abweichen. Die Zielvolatilität des aktiv gemanagten Fonds liegt bei 3 bis 5 Prozent pro Jahr, die Zielrendite soll über einen Marktzyklus hinweg – also über drei bis fünf Jahre ungefähr – bei 2 Prozent über der Inflationsrate liegen. Das Produkt haben wir aber auch noch mit einem Sicherheitsbaustein ausgestattet.

Welchem?

Neus: Der Fonds liefert zwar keine harte Garantie, unser Ziel ist es aber, dass es maximal 8 Prozent eines jemals erreichten Höchststands verlieren kann – unabhängig vom Zeitraum. Darüber wacht ein externes Team, das täglich das Risiko und die Preisentwicklung des Portfolios überprüft. Sobald eine gewisse Schwelle unterschritten wird, bekommen die Fondsmanager das Signal, Risiko rauszunehmen und in Kasse zu investieren. Das passiert dann innerhalb eines Tages. Bis zu 10 Prozent des Portfolios bleiben aber weiterhin investiert, um nicht in das Cash-Lock-Risiko zu geraten.