Pfefferminzia: Für welche Kunden können sich Indexpolicen eignen?

Thomas Keßling: Indexpolicen fügen sich als modernes Lebensversicherungskonzept in den Bereich zwischen klassischer und fondsgebundener Altersvorsorge ein. Sie eröffnen dem Kunden die Möglichkeit, über eine Indexbeteiligung mit seinem gesamten Guthaben an den Entwicklungen der Kapitalmärkte zu partizipieren – ohne dabei das Risiko einzugehen, sein Sparvermögen bei ungünstigen Marktentwicklungen zu verlieren.

Im Gegenzug wird die mögliche Rendite jedoch nach oben durch einen Cap oder eine Quote begrenzt. Auf diesem Weg erfüllt das Konzept den bei vielen Kunden verankerten Wunsch nach Sicherheit, bietet gleichzeitig aber auch die Aussicht auf eine höhere Rendite als bei klassischen Rentenversicherungen. Indexpolicen dürften somit besonders die eher sicherheitsbewussten Altersvorsorgesparer ansprechen, die vor einem etwas offensiveres Investment an den Kapitalmärkten nicht zurückschrecken.

Zudem beinhalten alle 15 von uns untersuchten Indexpolicen neben garantierten Rückkaufswerten eine garantierte lebenslange Mindestrente, womit das Alleinstellungsmerkmal einer Rentenversicherung erhalten bleibt. Damit unterscheiden sich diese Tarife grundlegend von ähnlich anmutenden Bank- oder Investmentprodukten.

Auf welche Faktoren müssen Kunden und Makler bei der Auswahl von Indexpolicen besonders Acht geben?

Unserer Meinung nach ist ein Blick auf die individuelle Finanz- und Deklarationskraft des Anbieters zwingend erforderlich, denn trotz der Koppelung an die Kapitalmarktentwicklung hängen Indexpolicen weiterhin von den deklarierten Überschüssen und damit der Leistungsfähigkeit des Deckungsstocks eines Anbieters ab. Die Überschussbeteiligung beeinflusst nämlich die Höhe des Caps oder der Quote ist dadurch ein wichtiger Einflussfaktor für die Rendite.

Hierbei sollte man bedenken, dass Indexpolicen nicht mit einem Direktinvestment am Kapitalmarkt vergleichbar sind. Vielmehr handelt es sich um eine Produktform mit Sicherheitsnetz. Dieses fängt den Versicherten auf, sofern am Ende eines Indexjahres ein Verlust zu Buche steht. Hier greift der im Produkt verankerte Ausschluss des Kapitalverlustrisikos, sodass stets zumindest das Sparkapital am Ende eines Indexjahres erhalten bleibt.

Das bedeutet aber nicht, dass die enthaltenen Garantieelemente grundsätzlich einheitlich gestaltet sind, wie wir in unserer aktuellen Marktstudie feststellen konnten. Viele Anbieter verzichten beispielsweise darauf, für die Berechnung der endgültigen Höhe der Rentenzahlung die heute gültigen Sterblichkeitsgrundlagen zu garantieren. Auch ein vollständiger Beitragserhalt, die sogenannte Bruttobeitragsgarantie, ist mittlerweile nicht mehr bei allen Tarifen zu finden. Ein genauer Blick auf die unterschiedlichen Garantieelemente und die genaue Ausgestaltung der Indexpartizipation ist mehr denn je erforderlich. Hier gibt es zwischen den Anbietern und Produkten große Unterschiede.