Rund 30.000 Velos betroffen Immer mehr Versicherungsbetrug mit E-Bikes und Carbon-Rädern

Ein Mann ist in Berlin mit einem Elektrofahrrad unterwegs.
Ein Mann ist in Berlin mit einem Elektrofahrrad unterwegs. © (c) dpa

Immer mehr Menschen leisten sich ein teures Fahrrad wie ein E-Bike oder eines aus Carbon. Das Problem: Der Versicherungsbetrug bei diesen Rädern nimmt zu, berichtet der Versicherungsverband GDV.

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Die deutschen Versicherer registrieren immer mehr Betrugsfälle mit teuren Fahrrädern wie E-Bikes oder Räder mit Rahmen aus Carbon. „Fahrräder haben sich zu Lifestyle-Produkten entwickelt, die oft sehr hochwertig ausgestattet sind. Solche Modelle nutzen vermehrt auch Betrüger, um bei Versicherungen Geld zu erschwindeln“, sagt Peter Holmstoel, verantwortlich für Kriminalitätsbekämpfung beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Rund 292.000 Räder wurden laut polizeilicher Kriminalstatistik im Vorjahr deutschlandweit geklaut. Bei jeder zehnten Anzeige, also rund 30.000 Velos, kommt den Versicherern dabei Zweifel. „Typischerweise bewegen sich die Verdachtsfälle bei Modellen oberhalb von 2.500 Euro“, so Holmstoel.

Wie geht Versicherungsbetrug bei diesen Rädern? Eine Masche sei es, sich im Internet günstig beschädigte oder gebrauchte Einzelteile namhafter Hersteller zu kaufen, sie im Rad zu verbauen und dann eine Schadensmeldung an den Versicherer zu geben. „Ein für vielleicht 500 Euro zusammengeklaubtes Fahrrad wird dem Versicherer als High-End-Produkt für 5.000 Euro ausgewiesen“, erklärt der GDV-Mann.

Ähnlich wie Smartphones zufälligerweise immer dann reihenweise kaputt gehen, wenn ein neues Modell rauskommt, steigt die Zahl der Diebstähle bei Elektrofahrrädern an, wenn es neue Akku-Modelle gibt. „Viele Akkus der ersten E-Bikes haben ihre maximale Lebensdauer erreicht. Preise von mehreren hundert Euro für einen Ersatz-Akku verleiten in manchen Fällen dazu, das Fahrrad als gestohlen zu melden.“ Mit der Entschädigung des Versicherers soll anschließend ein neuer Akku gekauft werden.

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