Wer als Berater nicht weiß, wie die Generation 50plus tickt, sollte sich lieber gar nicht erst die Mühe machen, die sogenannten Best Ager anzusprechen. Diese Worte verwendet Uwe-Matthias Müller, Geschäftsführender Vorstand des Bundesverbands Initiative 50Plus, so natürlich nicht.

Müller würde es höflicher formulieren: „Berater, die wirklich nachhaltig Erfolg bei den Best Agern haben wollen, müssen wissen, was für die Generation 50plus neben der finanziellen Absicherung des Lebensstandards im Alter relevant ist.“

Doch hier beginnen oft schon die Probleme und Irrtümer – und mit diesen sollten sich angehende Best-Ager-Berater besser frühzeitig auseinandersetzen, um die größer werdende Zielgruppe auch wirklich umfassend beraten zu können.

Irrtum 1: Ruhestandsplanung ist Finanzplanung für Ältere

„Die große Verantwortung“, die Ruhestandsplaner laut Müller übernehmen, „greift zu kurz, wenn die Ruhestandsplanung einzig auf finanzielle Aspekte reduziert wird“. So habe das Leben nach der Erwerbsphase „viel mehr Aspekte als nur die – wichtige – Sicherung des finanziellen Lebensstandards im Alter“, stellt er klar.

Dazu gehört unter anderem die Frage der Wohnortwahl, also: Wie ist es eigentlich um die Infrastruktur vor Ort bestellt, sollten Gebrechen und Handicaps im Alter zunehmen? Daran anknüpfend geht es auch um das heikle Thema, wie eine plötzlich eintretende Pflegebedürftigkeit zu finanzieren wäre. Auch Themen wie Patientenverfügung, Vollmachten und Testament sollten auf der Agenda stehen – ebenso wie die Frage, wie vorhandenes Vermögen möglichst steuerschonend an die Angehörigen übertragen werden soll.