Der Hurrikan Dorian, aufgenommen von der Intenationalen Raumstation ISS aus. Rückversicherer nennen die Risiken durch immer häufiger auftretende Wetterextreme sowie teurer werdende Katastrophenschäden erstmals als wesentlich für das operative Geschäft, teilt PwC mit. © picture alliance/NASA/dpa
  • Von Lorenz Klein
  • 09.09.2019 um 04:59
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Unter Rückversicherern wächst die Sorge, dass bestimmte Naturkatastrophen infolge des Klimawandels kaum noch versicherbar sein werden, wie eine Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC zeigt. Lediglich die Herausforderungen durch neue Technologien und Gefahren durch Cyberkriminalität stuft die Branche als noch höher ein.

Rückversicherer weltweit sorgen sich zunehmend über die Auswirkungen des Klimawandels auf die eigenen Geschäftsmodelle. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Reinsurance Banana Skins 2019“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC und des CSFI-Instituts. Demnach benennen Rückversicherer die Risiken durch immer häufiger auftretende Wetterextreme sowie teurer werdende Katastrophenschäden erstmals als wesentlich für das operative Geschäft.

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Deckung von Naturkatastrophen immer schwieriger

Nach Einschätzung der 320 befragten Branchenvertreter und -experten aus 42 Ländern sorgt der Klimawandel für Veränderungen in allen Geschäftsbereichen – von der mittel- bis langfristigen Risikobewertung bis hin zur Preisgestaltung. Gleichzeitig wachse die Sorge unter den Studien-Teilnehmern, „dass bestimmte Naturkatastrophen langfristig kaum noch versicherbar sein werden“, teilen die Autoren mit.

Top-Risiken für Rückversicherer

  1. Technologien (2*)
  2. Cyber-Risiken (3)
  3. Klimawandel (-**)
  4.  Wandlungsfähigkeit (1)
  5. Regulierung (8)
  6. Investment Performance (5)
  7. Fachkräfte (9)
  8. Wettbewerb (4)
  9. Politische Einflüsse (10)
  10. Einsparungen (12)

*Rang 2017 **neu in Rangliste

Als noch fordernder wird jedoch der Handlungsdruck bei den vielerorts veralteten IT-Systemen empfunden – diese Sorge steht bei den Befragten auf Platz eins. Die Branche sei von hohen IT-Modernisierungskosten und der Unsicherheit konfrontiert, in welche digitalen Innovationen investiert werden soll, berichten die Autoren. „Der Druck, veraltete Technologie schneller als bisher abzuschalten, wächst.“

Rückkopplungen bei Cyberpolicen befürchtet

Die Bewertung und Abdeckung von Cyber-Risiken folgen auf Platz zwei des „Sorgen-Rankings“. Hier bestehen laut der Studie „nach wie vor Unsicherheiten hinsichtlich der versicherungstechnischen Verbindlichkeiten“. Zudem schützten Cyberpolicen Rückversicherer nicht vor möglichen Rückkoppelungen auf das eigene Geschäft etwa bei Hacker-Angriffen auf Kunden. „Einige Befragte mahnen, die Versicherungsbranche nehme Risiken von Cyberkriminalität wie den unbefugten Zugriff auf Kundendaten noch nicht ernst genug“, merken die Autoren an.

Immerhin: Verglichen zur Vorgänger-Studie von 2017 fühlt sich die Branche international mittlerweile besser für ihre Herausforderungen gewappnet. Gleichwohl gilt, dass der wachsende Kostendruck und Wettbewerb unter den Anbietern nach Einschätzung der Rückversicherer die Konsolidierungswelle der Branche weiter anschieben wird. Insurtechs machen den Rückversicherern laut Analyse dabei weniger zu schaffen als den Erstversicherern. Als weitere Herausforderungen für das operative Wachstum nennen die Befragten Überkapazitäten und Niedrigzinsen.

Für die Studie wurden den Angaben zufolge die 320 Branchenvertreter und -experten aus 42 Ländern befragt, 35 Prozent davon mit Sitz in Europa.

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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