Eine junge Frau wird von Rückenschmerzen geplagt. © Frau Foto erstellt von freepik - de.freepik.com
  • Von Karen Schmidt
  • 14.03.2022 um 15:07
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Muskelskeletterkrankungen wie Rückenbeschwerden sind einer der Hauptauslöser für eine Arbeitsunfähigkeit, berichtet die Techniker Krankenkasse auf Basis ihrer Zahlen. Bei der Behandlung sollten sich Patienten eine Zweitmeinung einholen, denn so könnten unnötige OPs oft vermieden werden, lautet der Rat des gesetzlichen Krankenversicherers.

Rückenbeschwerden & Co. waren im vergangenen Jahr für 18,3 Prozent aller Fehltage von bei der Techniker Krankenkasse versicherten Mitgliedern verantwortlich. Nur psychische Ursachen lagen mit 21,8 Prozent noch davor. An dritter Stelle folgten Krankheiten des Atmungssystems wie zum Beispiel Erkältungen mit einem Anteil von 11,4 Prozent. Das geht aus einer aktuellen Vorabauswertung des TK-Gesundheitsreports 2022 hervor.

Hauptgrund für Rückenschmerzen sei in der Regel Bewegungsmangel. Daher könnten die meisten Beschwerden mit gezieltem Sport behoben werden. Die Beobachtung der TK: „Sind die Rückenschmerzen allerdings so schlimm, dass ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden muss, wird häufig zu schnell eine Operation in Betracht gezogen.“ Das zeige die Auswertung des TK- Angebots „Zweitmeinung vor Rücken-OPs“.

Danach kamen 85 Prozent der am Zweitmeinungsprogramm teilnehmenden rund 6.500 Patientinnen und Patienten im Jahr nach der Zweitmeinung ohne Operation aus. Bei diesen konnte eine konservative Schmerzbehandlung wie zum Beispiel Physiotherapie helfen. TK-Vorstandsvorsitzender Dr. Jens Baas: „Jede Operation ist ein Eingriff, der Risiken mit sich bringt, und sollte sorgfältig abgewogen werden.“ In einigen Fällen sei eine Rücken-Operation zwar das einzige Mittel. „Bei den meisten Betroffenen lassen sich die Rückenschmerzen allerdings auch mit schonenderen Verfahren sehr gut behandeln“, so Baas.

Gesundheitssystem „belohnt“ Operationen

Allerdings wirkten finanzielle Anreize im Gesundheitswesen so, dass sich im Zweifelsfall die Entscheidung für eine Operation mehr lohne als eine Entscheidung dagegen, beobachtet die Krankenkasse weiter. Baas: „Wir brauchen dringend eine Reform der Krankenhausfinanzierung, die nicht nur die Zahl der durchgeführten Eingriffe, sondern auch Qualitätsaspekte honoriert.“

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Karen Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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