Sprachen im Verlag in Hamburg über die Zukunft der PKV: Matthias Kreibich, Sprecher des Vorstands Inter Krankenversicherung; Knud Behrens, Bezirksdirektor Nord der Halleschen Krankenversicherung; Pedro Chica Sanchez, Marktmanager Krankenversicherung der Signal Iduna; Eric Bussert, Vorstand Vertrieb und Marketing der Hanse-Merkur Versicherungsgruppe.

Pfefferminzia: In der Krankenvollversicherung ist das Neugeschäft 2015 erneut gesunken. Woran liegt das?

Eric Bussert: Es gibt sicherlich viele Gründe, aber einer dürfte 2015 überwogen haben. Wir haben im vergangenen Jahr eine deutliche Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse gesehen. 426.000 Personen waren davon betroffen. Infolgedessen haben viele die private Krankenversicherung verlassen, um in das gesetzliche System zu wechseln. Das macht sich natürlich bemerkbar.

Knud Behrens: Da kann ich mich dem Kollegen nur anschließen. Die Zunahme der versicherungspflichtigen Verhältnisse bedeutet im Umkehrschluss, dass unsere Zielgruppe schrumpft. Hinzu kommt, dass die demografische Entwicklung ihr Übriges tut. Das Durchschnittsalter in Deutschland liegt inzwischen oberhalb von 44 Jahren und steigt weiter. Und mit zunehmendem Lebensalter wird die PKV vom Beitrag nun mal unattraktiver.



Matthias Kreibich: Richtig, das Potenzial derjenigen, die wir noch als Neukunden für die PKV gewinnen können, wird kleiner. Aber auch bei den jüngeren Menschen wollen sich viele noch nicht auf ein System festlegen. Oder die Gesundheitsvorsorge steht bei den möglichen Absicherungen noch nicht im Vordergrund. Früher gab es öfter mal Wechsel wegen des Preises, aber das ist seit der Unisex-Reform auch nicht mehr so.

Pedro Chica Sanchez: Ich glaube, dass auch Veränderungen in der Beratung Wirkung zeigen. Das Heraufsetzen der Stornofrist vor ein paar Jahren hat viele Vermittler aus dem Markt gedrängt. Ein Großteil der verbleibenden Berater hat Angst, das Thema PKV anzusprechen – obwohl es im Bestand genügend Gelegenheiten dazu gäbe. Sie wissen oft nicht, wie sie mit typischen Gegenargumenten umgehen sollen.