Riester zur Riester-Debatte „Die Riester-Rente auf freiwilliger Basis einzuführen, war ein riesiger Fehler“

SPD-Politiker Walter Riester.
SPD-Politiker Walter Riester. © dpa/picture alliance

Im ersten Quartal 2016 haben mehr Leute eine Riester-Rente gekündigt als neu abgeschlossen. Produkt-Erfinder Walter Riester schmerzt das nicht, sagt er im Interview. Ihn wundert es vielmehr, dass es vor dem Hintergrund der aktuellen „idiotischen“ Riester-Debatte nicht noch mehr sind.

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Um 1.000 Stück ist die Zahl der Riester-Verträge in den ersten drei Monaten dieses Jahres zurückgegangen. Trotzdem ist Produkt-Erfinder Walter Riester nicht bedrückt. „Mal ehrlich: Bei der idiotischen Debatte, die derzeit zur Riester-Rente im Land läuft, hatte ich befürchtet, dass der Rückgang noch höher ausfällt“, so der Politiker im Gespräch mit dem Main-Echo.



Hart ins Gericht geht er mit seiner eigenen Partei, der SPD. Er sorge sich um sie, sagt er. Viele Menschen wüssten nicht mehr, was sie eigentlich wolle. „Die SPD hat eine engagierte Rentenpolitik gemacht, jetzt kritisiert sie ihre eigene Linie. Das versteht keiner mehr.“

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Die aktuelle Panikmache wegen der niedrigen Zinsen hält er für unangebracht. „Wer langfristig spart, sagen wir 30 oder 40 Jahre, der ist davon am wenigsten betroffen. Und genau dafür steht die Riester-Rente.“ Bei Sparprozessen über Jahrzehnte gebe es immer mal Phasen von niedrigen, aber auch von höheren Zinsen.

Als „riesigen Fehler“ bezeichnet Riester indes, die Riester-Rente nur auf freiwilliger Basis eingeführt zu haben. „Ja, das war ein riesiger Fehler. Aber ich konnte mich leider nicht durchsetzen. Übrigens auch deshalb, weil die Grünen damals strikt dagegen waren.“
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