„Ressource Arzt ist und bleibt knapp“ Mediziner werden immer älter

Der Ruhestand muss warten: Reiner Fricke, Facharzt für Allgemeinmedizin, untersucht eine Patientin in seiner Praxis. Der 78-jährige betreibt seit 50 Jahren seine Praxis in dem Oderbruchdorf Neulewin (Brandenburg).
Der Ruhestand muss warten: Reiner Fricke, Facharzt für Allgemeinmedizin, untersucht eine Patientin in seiner Praxis. Der 78-jährige betreibt seit 50 Jahren seine Praxis in dem Oderbruchdorf Neulewin (Brandenburg). © dpa/picture alliance

Das Durchschnittsalter der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in Deutschland liegt bei 54,2 Jahren und ist damit leicht von 54,1 im Vorjahr gestiegen. In vielen Kreisen sind die Mediziner bereits durchschnittlich bis 58 Jahre alt. In Berlin etwa sind knapp 16 Prozent sogar über 65. Das geht aus den Zahlen des Bundesarztregisters für das vergangene Jahr hervor.

| , aktualisiert am 13.05.2019 09:52  Drucken

Die regionalen Unterschiede bei der medizinischen Betreuung je 100.000 Einwohner sind laut Bundesarztregister teils gravierend. Während im bayerischen Landkreis Coburg beispielsweise auf 100.000 Einwohner 84,3 Ärzte kommen, sind es in der Stadt Coburg 256,9 Ärzte. Ähnlich markant ist es für den Landkreis und die Stadt Bayreuth. Im Landkreis sind es 94 und in der Stadt 275,8 Ärzte.

Bis Ende 2018 waren laut der Zahlen für 2018 insgesamt 175.294 Ärzte und Psychotherapeuten in der vertraglichen Versorgung tätig. Davon waren 148.601 Ärzte und 26.693 psychologische Psychotherapeuten. Zwar habe sich die Anzahl bei den Ärzten und Psychotherapeuten gegenüber dem Vorjahr um 2.647 erhöht (bei den Ärzten um 0,8 Prozent, bei den Psychotherapeuten um 5,5 Prozent gegenüber 2017). Doch da viele Ärzte und Psychotherapeuten in Teilzeit oder Anstellung tätig sind, liegt der Zuwachs unter Berücksichtigung des Teilnahmeumfangs tatsächlich nur bei 0,2 Prozent.

Teilzeitarbeit gewinnt weiter an Beliebtheit

„Die Ressource Arzt ist und bleibt knapp“, fasst Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), die Ergebnisse der Ärztestatistik für 2018 zusammen. Es zeige sich, dass sich die Trends der Vorjahre auch im vergangenen Jahr fortsetzen. „Die Teilzeitarbeit gewinnt weiter an Beliebtheit, die Zahl der angestellten Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeuten hat sich zudem deutlich erhöht, auf mittlerweile fast 36.300. Das sind fast zehn Prozent mehr als im Vorjahr“, erklärte der KBV-Chef.

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