Rentenvergleich: So viel bekommen unsere Nachbarn In Österreich gibt es deutlich mehr Rente

Karwendel-Gebirge in den österreichischen Alpen: Im Alpenländle geht es nicht nur Urlaubern gut - auch Rentner haben hier die deutlich besseren Aussichten.
Karwendel-Gebirge in den österreichischen Alpen: Im Alpenländle geht es nicht nur Urlaubern gut - auch Rentner haben hier die deutlich besseren Aussichten. © Getty Images

Eine aktuelle Renten-Studie der Hans-Böckler-Stiftung zeigt: Das Rentenniveau in Österreich liegt deutlich über dem in Deutschland. Wieviel Geld es bei unseren Nachbarn gibt und warum ihre Rentenaussichten besser sind.

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Ursprünglich basierten das deutsche und das österreichische Rentensystem auf der gleichen umlagefinanzierten Methode. Während unsere südlichen Nachbarn daran festgehalten haben, begann die deutsche Politik die staatliche Vorsorge zu senken und auf mehr private Absicherung zu setzen.

Das Ergebnis dieser Politik:

In Deutschland erhalten Rentner pro Jahr zwölf Monatsrenten. Die Durchschnittsrente beträgt 1.050 Euro. Das Rentenniveau beträgt derzeit 47,4 Prozent des Arbeitslohns eines durchschnittlichen Arbeitnehmers. Im Jahr 2029 könnte es bei nur noch 44,6 Prozent liegen.

Die Aussichten für österreichische Rentner sehen hingegen deutlich rosiger aus. So erhalten diese 14 Rentenzahlungen pro Jahr, die sich im Schnitt auf 1.560 Euro pro Zahlung belaufen. Das Rentenniveau liegt ebenfalls höher. So rechnen unsere Nachbarn langfristig mit 68 Prozent.

Woher kommt der große Unterschied?

Auf den ersten Blick könnten die höheren österreichischen Beiträge (22,8 Prozent versus 18,7 Prozent) zur gesetzlichen Rentenversicherung ein Grund für den Rentenunterschied sein. Allerdings, so erklärt die Hans-Böckler-Stiftung: „Die gesamte Beitragsbelastung für Beschäftigte im Vergleich zu Deutschland ist nur höher, wenn man die 4 Prozent Beitragssatz zur zusätzlichen Riester-Vorsorge nicht mit einrechnet.“

Das deutsche Rentensystem würde zudem deshalb nicht funktionieren, weil die deutliche Reduzierung der staatlichen Rente weder durch die betriebliche Altersvorsorge noch durch die Riester-Rente aufgefangen werde – so wie es die Bundesregierung ursprünglich plante.

Demnach zeigen Umfragen, dass lediglich 35 Prozent der Arbeitnehmer mit einer Riesterrente vorsorgen, nur 56 Prozent haben eine Betriebsrente abgeschlossen und ganze 30 Prozent tun gar nichts. Befindet sich dennoch ein Riester-Vertrag im Bestand, so die Studienautoren weiter, dann würden viele jedoch aufgrund ihrer Kostenstruktur nur unzureichende Erträge bringen.

Deshalb lautet das Fazit der Studienautoren: „Der Vergleich zeigt, dass das österreichische System einen deutlich besseren Schutz im Alter durch höhere Leistungen gewährleistet.“ Und weiter: „Dabei sind die ökonomischen Rahmendaten in Österreich denen in Deutschland weiterhin vergleichbar – ein starkes öffentliches Rentensystem belastet also offenbar nicht die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Landes.“

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