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Rente und Altersarmut 83 Prozent der Bürger erwarten eine erhöhte Altersarmut

Stefan Hämmerle hütet im Juli 2017 in Baden-Württemberg Schafe. Hämmerle ist mit 70 Jahren noch als «Hirtenjunge» unterwegs. Immer mehr Deutsche können sich vorstellen über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus zu arbeiten.
Stefan Hämmerle hütet im Juli 2017 in Baden-Württemberg Schafe. Hämmerle ist mit 70 Jahren noch als «Hirtenjunge» unterwegs. Immer mehr Deutsche können sich vorstellen über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus zu arbeiten. © dpa/picture alliance

Die Deutschen sorgen sich um ihre Finanzen im Alter. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels erwarten viele, länger arbeiten zu müssen. Und selbst dann schauen sie beunruhigt in die Zukunft, weil das Geld nicht reichen könnte. Das ergab eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung. Hier kommen die Details.

| , aktualisiert am 26.03.2018 14:34  Drucken

Länger arbeiten und weniger Rente erhalten – das verbinden die Deutschen mit dem demografischen Wandel. 83 Prozent erwarten eine erhöhte Altersarmut, 80 Prozent eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit und 77 Prozent gehen von deutlich steigenden Rentenversicherungsbeiträgen aus, so die Ergebnisse einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung. Interviewt wurden im Herbst 2017 über 1.400 Personen ab 16 Jahren zum Thema „Demografischer Wandel“.

Dabei stellte sich heraus, dass viele Deutsche sich um die sozialen Sicherungssysteme sorgen. Diese Befürchtung ist demnach zwar von knapp zwei Dritteln der Befragten im Jahr 2004 auf 45 Prozent bis jetzt deutlich zurückgegangen. Dennoch erwarten 72 Prozent der Bundesbürger, dass es künftig nur noch eine Grundrente geben wird und jeder verstärkt privat für das Alter vorsorgen muss. 2004 hatten das 84 Prozent erwartet.

Zudem sorgt sich jeder zweite Nichtrentner unter 65 Jahren manchmal darum, im Alter zu wenig Geld zu haben. Lediglich 14 Prozent nehmen an, später finanziell abgesichert zu sein. 40 Prozent der Nichtrentner unter 65 Jahren legen demnach bereits regelmäßig Geld zurück. Das sei jedoch alters- und einkommensabhängig. In der Gruppe 16 bis 29 Jahre geben das 20 Prozent an, während es bei den 30- bis 44-Jährigen bereits 42 Prozent sind. Außerdem geben 39 Prozent der Nichtrentner unter 65 Jahren an, keinen Überblick über die Höhe ihrer Einkünfte im Alter zu haben.

Als geeignete Maßnahmen seitens der Politik sehen 35 Prozent der Befragten weder eine Erhöhung der Rentenbeiträge, noch eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit oder eine Kürzung der Renten an, um Renten langfristig zu sichern. Jeweils 30 Prozent sprechen sich für eine der ersten beiden Maßnahmen aus.

Selbst länger zu arbeiten, kommt für immer mehr Menschen in Deutschland infrage. Während noch zur Jahrtausendwende mehr als die Hälfte alle berufstätigen Befragten früher als gesetzlich vorgesehen in den Ruhestand gehen wollten, hat sich dieser Anteil auf ein Viertel mehr als halbiert.

Mehr als 12 Prozent (2002 waren es noch 5 Prozent) erklärten, dass sie über die Ruhestandgrenze hinaus weiter arbeiten wollen. Dabei hängen die Gründe dafür jedoch stark vom Einkommen und vom Bildungsstand ab. Je besser sie ausgebildet sind und je mehr Geld sie verdienen, desto eher spielen bei den Befragten Gründe wie „Freude an der Arbeit“ und „der Kontakt mit Menschen“ eine Rolle. Je niedriger ihr Einkommen und Qualifikationsniveau, desto eher sehen die Befragten das längere Arbeiten als finanzielle Notwendigkeit und weniger als sinnstiftende Chance.

Höheres Rentenniveau für alle
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Was diese Entwicklung für Frauen in puncto eigener Rentenansprüche und der privaten Riester-Altersvorsorge in konkreten Zahlen bedeutet, lesen Sie in folgendem Beitrag.

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