Philipp Kanschik ist verantwortlicher Projektleiter und Experte für Bestandsübernahmen in der Policen-Direkt-Gruppe. © Policen Direkt
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  • 26.02.2019 um 11:04, aktualisiert am 26.02.2019 um 11:13
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Kleinere Makler abseits der Metropolregionen suchen oft vergeblich jemanden, der ihr Unternehmen weiterführt. Verschiedene Rentenmodelle ermöglichen es Maklern in solchen Situationen, ihr Lebenswerk zu verkaufen. Ein solcher Ausstieg kann auch für jüngere Makler eine Option sein, berichtet Philipp Kanschik von Policen Direkt in seinem Gastbeitrag.

Für immer weniger Versicherungsmakler ist das Weiterführen des Unternehmens attraktiv. Die Versicherungsvermittlung in Deutschland befindet sich im Umbruch. Es herrscht Konsens, dass sich die Branche mit derzeit rund 46.000 unabhängigen Vermittlern in den nächsten Jahren stark konsolidieren wird. Manches Szenario geht davon aus, dass in zehn Jahren gerade mal noch die Hälfte der Versicherungsmakler den Markt abdecken wird.

Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Das margenstarke, abschlussprovisionsgetriebene Geschäft geht zurück. Solche Versicherungen waren geradezu prädestiniert für kleinere Maklerunternehmen, weil hier persönliches Vertrauen wichtig ist und bis dato auch wenig administrativer Folgeaufwand nach Abschluss entstanden ist. Immer wichtiger werden hingegen Sach- und Schadenversicherungen – die freilich für Makler mit wenig automatisierten Prozessen kaum profitabel betreut werden können.
  • Die gesetzlichen Vorgaben sind für kleinere Makler immer schwieriger erfüllbar. Am aktuellen Beispiel der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zeigt sich, dass die meisten Makler weder die Prozesse noch die benötigte Personalstärke haben, um diese Vorgaben rechtskonform umsetzen zu können. Einer aktuellen Erhebung des Vermittlerverbands AfW zufolge mussten deutsche Versicherungsmakler rund 1,5 Millionen Stunden für die Umsetzung der DSGVO aufwenden.
  • Im Zuge der Digitalisierung werden die Anforderungen immer höher. Kunden erwarten von ihren Maklern und Versicherern online denselben Komfort, den sie in anderen Lebensbereichen bereits genießen – und wandern in Scharen zu Vergleichsplattformen ab, wenn ihre Makler das nicht leisten können. Jeder fünfte Deutsche hat in den vergangenen zwei Jahren online eine Versicherung abgeschlossen, Tendenz steigend. 80 Prozent der unter 30-Jährigen wollen laut Internetverband Bitkom ihre Schadenfälle bevorzugt online abwickeln.
  • Das Vertrauen in Versicherungsvermittler ist auf einem absoluten Tiefpunkt angekommen. Die Berufsgruppe findet sich beim Ranking der beliebtesten Berufe regelmäßig ganz unten wieder. Selbst Politiker genießen deutlich besseres Ansehen. Kein Wunder, dass die Branche ein Nachwuchsproblem hat.

In Konsequenz lässt sich bereits heute beobachten, dass vor allem ältere Makler mit kleineren Kundenbeständen in ländlichen Regionen keinen Nachfolger mehr finden. Und wenn, liegen die Kaufpreise deutlich unter dem, was in anderen Regionen üblich ist.

Zweifellos drückt bei älteren Maklern der Schuh in puncto Nachfolge am stärksten. Lebensrente-Anbieter richten sich daher primär an diese Gruppe und ermöglichen Maklern ohne Nachfolger eine Verrentung ihres Lebenswerks.

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