Reform der bAV Pflichtversicherung könnte Haftung der Arbeitgeber erhöhen

Andrea Nahles.
Andrea Nahles. © Getty Images

In der wieder aufgeflammten Diskussion um die Nahles-Rente spricht sich der Bundesverband pauschaldotierte Unterstützungskassen dafür aus, Arbeitgeber nicht zu einer bAV zu zwingen. Eine Pflichtversicherung würde das Engagement hemmen und zu sinkenden Arbeitgeberzuschüssen führen, glaubt Verbandschef Manfred Baier.

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„Der Schlüssel zum Reformerfolg in der betrieblichen Altersvorsorge liegt bei den Unternehmen“, so der Verbandsvorsitzende Manfred Baier. Eine Pflichtversicherung würde nur zu mehr Bürokratie führen und bei versicherungsgestützten bAV-Modellen angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase weiter das Haftungsrisiko der Unternehmen erhöhen, glaubt er.

Die Folge wäre ein Absinken der Arbeitgeberzuschüsse: „Welcher Unternehmer würde freiwillig noch einen zusätzlichen Beitrag für etwas leisten, das eigentlich nur eine Zwangsbelastung für ihn darstellt“, heißt es weiter. Zudem sei darauf zu achten, dass die Arbeitnehmer nicht in kostenträchtige und schwach rentierliche Altersvorsorge-Produkte getrieben würden.

Um die Schwierigkeiten der betrieblichen Altersvorsorge zu beheben, seien auch die Unternehmen gefordert. Baier: „Die wenigsten Arbeitnehmer können die entstandene Rentabilitätslücke alleine schließen. Gerade die mittelständischen Betriebe brauchen daher Anreize statt zusätzlicher Belastungen.“

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, die gerade an einer Reform der betrieblichen Altersvorsorge baut, hatte zuletzt offen über eine Altersvorsorgepflicht nachgedacht.
Pfefferminzia HIGHNOON