In der "City Nord" in Hamburg haben sich viele Versicherer niedergelassen, so auch die Allianz (im Bild vorne links), die auch diesmal erwartungsgemäß ein ausgezeichnetes Rating von Morgen und Morgen erhält. © dpa
  • Von Lorenz Klein
  • 16.10.2019 um 04:33
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Das Analysehaus Morgen und Morgen (M&M) hat die deutschen Lebensversicherer auch 2019 auf mögliche Schwachstellen durchleuchtet – und kommt dabei zu einem gemischten Ergebnis. 30 Prozent der 64 untersuchten Versicherer erreichen demnach eine „ausgezeichnete“ oder „sehr gute“ Bewertung. Ebenso vielen Gesellschaften (31 Prozent) kommt jedoch nur eine „schwache“ oder gar „sehr schwache“ Bewertung zuteil.

Das Analysehaus Morgen und Morgen hat in seinem aktuellen „M&M Rating LV-Unternehmen“ untersucht, wie sich die Lebensversicherer langfristig am Markt behaupten, indem die Experten die jeweilige Kostenstruktur sowie Sicherheitspolster, Erträge und die Marktstellung der Gesellschaften unter die Lupe genommen haben. 

„Im diesjährigen Rating erreichen sechs der 64 Versicherer eine ausgezeichnete Bewertung mit fünf Sternen und dreizehn Gesellschaften eine sehr gute Bewertung mit vier Sternen“, so die Beurteilung von Morgen und Morgen.

Jeweils fünf Sterne (ausgezeichnet) konnten demnach folgende Anbieter erzielen:

  • Allianz
  • Alte Leipziger
  • Europa
  • Hannoversche
  • Ideal
  • R+V

Vier Sterne (sehr gut) gab es für:

  • Condor
  • Debeka
  • Deutsche Ärzteversicherung
  • DEVK Eisenbahn a.G.
  • Direkte Leben
  • Inter
  • Interrisk
  • LV 1871
  • Öffentliche Braunschweig
  • Stuttgarter
  • WGV
  • WWK
  • Zurich Deutscher Herold

Dass die Wettbewerbssituation der Lebensversicherer aus Sicht der Analysten „aufgrund der im Markt durchschnittlich geringen Gesamtverzinsung der Kapitalanlagen“ jedoch schwierig bleibt, zeigt sich auch daran, dass es für 24 Gesellschaften nur für eine durchschnittliche Bewertung (drei Sterne) reicht. 16 Anbieter werden sogar nur mit „schwach“ (zwei Sterne) und fünf mit „sehr schwach“ (ein Stern), bewertet.

>>> Hier geht es zum kompletten M&M Rating LV-Unternehmen

Ohne die jüngsten Entlastungen der Branche bei der Zinszusatzreserve würde sich das Bild wohl noch etwas dunkler darstellen. 2018 habe die Branche nur rund fünf Milliarden Euro zuführen müssen, um die Bedienung von hochverzinsten Altverträgen sicherzustellen – etwa ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr. Drei Versicherer konnten daher das erste Mal seit Einführung der Zinszusatzreserve im Jahr 2011 das Polster wieder abbauen, berichten die Analysten.

Pascal Schiffels, Mitglied der Geschäftsleitung bei Morgen und Morgen, glaubt, dass die stabilisierende Wirkung der sogenannten Korridormethode „auch in den nächsten Jahren fortdauern wird“. Die Situation bleibe aber „nach wie vor angespannt“, so Schiffels.

Der ergänzend veröffentlichte „M&M Belastungstest“ belege zusätzlich die weitestgehend anhaltende Stabilität der Branche, heißt es. Dessen Ergebnis sei rein auf die Solvabilität fokussiert und daher unabhängig vom M&M Rating LV-Unternehmen zu sehen. „Der Test bewertet, wie die finanzielle Stabilität sowie die Eigenkapitalunterlegung eines Versicherers im Hinblick auf eine mögliche Krise ausgerichtet ist“, erklären die Analysten.

Grundlage des Tests ist die Solvency-II-Bedeckungsquote und weitere vom Versicherer zur Verfügung gestellte Daten. Alle 53 teilnehmenden Versicherer haben den Test bestanden und über die Hälfte mit der Bewertung „ausgezeichnet“.

>>> Hier geht es zum M&M Belastungstest

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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