Auszubildende im Beruf Gleisbauer montieren in Hamburg auf einem Lehrgleis der DB-Ausbildungswerkstatt Hamburg-Harburg Gleise. © Ulrich Perrey/dpa
  • Von Karen Schmidt
  • 30.01.2020 um 15:34
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Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine der wichtigsten Policen überhaupt. Umso entscheidender ist es daher, dass der einmal gewählte Anbieter der Versicherung auch stabil sein BU-Geschäft betreiben kann. Welche sieben Versicherer diesem Anspruch am ehesten gerecht werden, erfahren Sie hier.

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Berufsunfähigkeitsversicherungen laufen ähnlich wir Rentenversicherungen über mehrere Jahre, oft Jahrzehnte. Umso bedeutender ist daher, dass der Berufsunfähigkeitsversicherer auch stabil dasteht. Um zu bewerten, ob das so ist, haben die Analysten des Map-Reports ihre Untersuchung um das Konzept des BU-Stabilitätsratings der Rating-Agentur Franke und Bornberg (die den Map-Report Anfang 2019 übernommen hat) ergänzt.

Die Analyse soll Kunden und Vermittlern nun Aufschluss darüber geben, welche Versicherer für langfristig verlässliche Konditionen und damit für Zukunftsfähigkeit stehen. Für 35 Anbieter gab es dabei eine Gesamtbewertung, 26 erhielten nur Teilbewertungen, weil wesentliche Daten nicht verfügbar waren.

Was haben die Analysten untersucht?

1) Ob die Versicherer bedarfsgerecht kalkulieren

Ergebnis: Es geht so. Als Benchmark dient das jeweilige Beitragsmittel aller verfügbaren Prämien der BU-Versicherer. Davon weichen die Beiträge in der Spitze um 50 Prozent (brutto) beziehungsweise 30 Prozent (netto) ab. Michael Franke, Geschäftsführer von Franke und Bornberg, sieht das kritisch. Der Markt sei sehr umkämpft, die Kalkulation aggressiv. „Es gibt Versicherer, die nur die Hälfte der marktüblichen Durchschnittsprämie aufrufen. Ein solches Pricing ist nicht allein mit einer strengen Risikoselektion zu rechtfertigen. Es zeigt deutliche Tendenzen zur Unterkalkulation.“ Und gefährde auf diese Weise die Stabilität, so Franke.

2) Ob die Versicherer Risiken realistisch einschätzen

Versicherer nutzen laut der Analyse vielfach ein Scoring-Modell, das sich am Anteil der kaufmännischen oder körperlichen Tätigkeit und manchmal auch der Reisetätigkeit orientiert. Damit wollen die Versicherer Risiken noch feiner aufschlüsseln und den Beitrag noch punktgenauer berechnen. Das Problem: „Fragen nach Tätigkeitsanteilen öffnen Manipulationen Tür und Tor und bergen das Risiko, dass der Beitrag unter der Bedarfsprämie bleibt“, heißt es in der Analyse. Diese Gefahr steige weiter, sofern für Vermittler und Verbraucher Sprungstellen erkennbar würden, bei deren Überschreiten der Beitrag deutlich höher ausfalle. Denn dann, so die Analysten, könnten die vom Kunden zu machenden Angaben „optimiert werden“, um in die günstigere Einstufung zu kommen.

3) Ob die Versicherer Negativselektion vermeiden

Hohe Dynamiksätze ohne zusätzliche Gesundheitsprüfung sehen die Analysten hier als Problem. Diese bewirkten eine „unkalkulierbare Risikoerhöhung“ für das Versichertenkollektiv. Fünf Versicherer sind laut Auswertung bereit, 10 Prozent Dynamik ungeprüft in die Bücher zu nehmen. Die Erfahrung lehre, heißt es im Map-Report weiter, dass es eher zu Leistungsanträgen kommt, je näher die versicherte BU-Rente dem bisherigen Nettoeinkommen des Versicherten komme.

4) Ob die Versicherer Überschüsse konstant halten

Müssen Versicherer ihre Risikoüberschüsse zurückfahren, ist die Kalkulation der Versicherer nur teilweise aufgegangen. Dann liegt das tatsächliche Risiko oberhalb der kalkulierten Wahrscheinlichkeit einer Beeinträchtigung. Leidtragende sind die Kunden, weil ihr Beitrag bei gleichbleibender Leistung steigt.

5) Ob die Versicherer Kompetenz beweisen

Wie kundenorientiert sind die Versicherer? Wie sehen die Arbeitsprozesse vor Ort aus? Wie nachhaltig ist die Geschäftsentwicklung. Das schauen sich die Analysten vor Ort an.

6) Ob die Versicherer finanzielle Stabilität zeigen

Im Bereich „Finanzstärke“ bewerten die Rater Unternehmenskennzahlen. Acht Gesellschaften erreichten mindestens 75 Prozent, weitere sieben mindestens 70 Prozent. Sieger in der Bilanzwertung ist die Allianz vor Interrisk und LV 1871.

Das Rating ermittelt für jedes dieser Wertungskriterien eine Kennzahl im Bereich zwischen 0 und 100, wobei 100 die Maximalerfüllung darstellt. Der Stabilitätsindex zeigt für jeden Teilbereich sowie für die Gesamtwertung das Verhältnis von erreichter Punktesumme zu möglicher Punktesumme. Die Ergebnisse der Teilbereiche werden gewichtet und zu einem Gesamtindex zusammengeführt.

Je höher die Versicherer in diesem Index abschneiden, desto eher sind sie in der Lage, ihr BU-Geschäft auch langfristig stabil betreiben zu können.

So, und welche Berufsunfähigkeitsversicherer sind nun die Stabilitätssieger? Das erfahren Sie auf den folgenden Seiten. Sieben Versicherer erhielten das Rating „mmm“ für hervorragende Leistungen.

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Karen Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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