Blick auf das berühmte Krankenhaus Charité in Berlin, das Brandenburger Tor im Vordergrund. Die privaten Krankenversicherer betonen gerne, dass sie einen wichtigen Beitrag zur Leistungsfähigkeit und zum Ansehen des deutschen Gesundheitswesen beitragen. © picture alliance/dpa/Sputnik | Alexey Vitvitsky
  • Von Lorenz Klein
  • 29.10.2020 um 08:10
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Welche privaten Krankenversicherer (PKV) wissen in Zeiten von Niedrigzins und verschärftem Produktwettbewerb zu überzeugen? Das Analysehaus DFSI Ratings wollte das herausfinden und hat dazu die Substanzkraft, die Produktqualität und den Service von 27 PKV-Anbietern gründlich untersucht. Hier kommen die Ergebnisse.

Die Analysten von DFSI Ratings, einer Ausgründung des Deutschen Service-Instituts aus Köln, nahmen sich für ihr diesjähriges Qualitätsrating die 27 aus ihrer Sicht wichtigsten in Deutschland aktiven privaten Krankenvollversicherer vor.

Dafür wurden die PKV-Anbieter in den drei Bereichen finanzielle Substanzkraft, Produktqualität und Service eingehend geprüft. Nach Angaben der Analysten flossen die Substanzkraft und die Produktqualität zu jeweils 40 Prozent in die Gesamtnote ein. Der Service wurde mit 20 Prozent gewichtet.

Das Ergebnis des aktuellen DFSI-Qualitätsratings: Sieben Versicherer erhielten die Gesamtnote „Sehr Gut“. 15 Anbieter erhielten ein „Gut“ und fünf ein „Befriedigend“.

Um die Produktqualität zu beurteilen, griff das DFSI nach eigenen Angaben auf Produkttests privater Vollkostentarife, privater Krankenzusatzpolicen sowie privater Pflegeversicherungen zurück, die das Institut in den vergangenen zwölf Monaten durchgeführt hatte. Zudem sei die Vielfalt des Produktangebots bewertet worden.

Zur Beurteilung des Kundenservice zog das DFSI als Datenbasis die Bafin-Beschwerdestatistik sowie DFSI-Tests zu Gesundheitsservices heran.

Hinsichtlich der Substanzkraft merken die Tester an, dass es hier „noch vor einigen Jahren bei PKV-Anbietern kaum Unterschiede“ gegeben habe. Wegen der Niedrigzinsphase hätte  sich die Kluft jedoch „in den vergangenen Jahren deutlich vergrößert“.

Um sich ein Bild von der finanziellen Substanz der Anbieter zu verschaffen, haben sich die Analysten insbesondere die Substanzkraftquote angeschaut. Diese wurde aus Eigenkapital, Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen (RfB), Stillen Reserven/Lasten sowie den Alterungsrückstellungen errechnet. Zudem wurde untersucht, wie rentabel die Versicherer ihre Kundengelder anlegen, indem die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen betrachtet wurde. „Denn ein schlechtes Kapitalanlageergebnis kann schnell zu höheren Beiträgen führen“, so die Einschätzung der Analysten.

Auch das versicherungstechnische Ergebnis – vereinfacht gesagt der Saldo aus Einnahmen und Ausgaben –, der Marktanteil und die Entwicklung der Versichertenanzahl habe man berücksichtigt. „Denn über die Jahre macht es einen gravierenden Unterschied, ob ein Versicherer Kunden hinzugewinnt oder verliert“, wie es heißt.

Zu guter Letzt floss in die Bewertung der Substanzkraft auch die von Aufsichtsbehörden geforderte Solvency-II-Quote (kurz SCR-Quote) ein. Liegt die um Übergangsmaßnahmen bereinigte SCR-Quote unter 100 Prozent, wurden von der ermittelten Substanzkraft 50 Punkte abgezogen. „Dies ist aus unserer Sicht gerechtfertigt, da diese Anbieter die eigentlich geforderten gesetzlichen Vorgaben derzeit nicht ohne Übergangsmaßnahmen erfüllen“, erläutert Sebastian Ewy, Senior Analyst der DFSI Ratings GmbH. Allerdings sei trotz des herausfordernden Umfelds die Finanzkraft „der von uns untersuchten privaten Krankenversicherern meist solide“.

Wie die sieben besten privaten Krankenversicherer lauten, die jeweils die Gesamtnote „Sehr gut“ erzielten, erfahren Sie auf den kommenden Seiten.

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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