Die AfW-Vorstände Norman Wirth (links) und Frank Rottenbacher (rechts) mit Staatssekretär Jörg Kukies (SPD) auf dem 16. AfW Hauptstadtgipfel in Berlin. © AfW
  • Von Karen Schmidt
  • 29.11.2019 um 12:11
artikel drucken artikel drucken
lesedauer Lesedauer: ca. 02:10 Min

Staatssekretär Jörg Kukies bekräftigte auf dem 16. Hauptstadtgipfel des AfW die Forderung der SPD nach einem Provisionsdeckel in der Lebensversicherung. Neue Erhebungen der Bafin zeigten Provisionen von zum Teil über 7 Prozent. CDU-Mann Carsten Brodesser lehnte den entsprechenden Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums dagegen erneut ab. Die Details.

Auf dem 16. Hauptstadtgipfel des AfW Bundesverband Finanzdienstleistung stellten sich Finanzpolitiker in Berlin den Fragen der Branche. Vor allem ging es um die Einführung eines Provisionsdeckels in der Lebensversicherung und die Aufsicht von Finanzanlagevermittlern durch die Aufsichtsbehörde Bafin.

Jörg Kukies (SPD), Staatssekretär im Bundesfinanzministerium der Finanzen, hielt am Plan eines Provisionsdeckels fest. Die Grenze solle bei 2,5 Prozent der Provision liegen mit einer Erweiterung auf 4 Prozent, falls bestimmte Qualitätskriterien erfüllt würden. Er sehe Handlungsbedarf, so Kukies, weil nach Umsetzung des LVRG die Provisionen zuletzt wieder gestiegen seien – im Schnitt von 3,77 auf 3,82 Prozent der Beitragssumme. „Mit einer Begrenzung auf 4 Prozent bringen wir den Großteil der Vertriebe nicht in existenzielle Nöte“, betonte Kukies.

Der Staatssekretär ging dabei auch auf die Kritik an den Datengrundlagen der Bafin ein, die etwa der AfW als fehlerhaft einstuft. Es liege dem Ministerium nun eine neue Erhebung der Bafin vor, die Provisionsauswüchse in der Lebensversicherung von teilweise über 7 Prozent belege. Keiner der Vertreter von Pools, Verbünden und Vertrieben im Saal konnte ähnliche Provisionswerte aus der Vertriebspraxis bestätigen, heißt es dagegen vom AfW.

CDU-Politiker Carsten Brodesser, Mitglied im Finanzausschuss des Deutschen Bundestages, bekräftigte wiederum: „Mit uns ist der Referentenentwurf so nicht zu machen. Er ist ein schlechtes Signal für die private Altersvorsorge und schafft Markteintrittsbarrieren für Berater. Gute Beratung muss auch angemessen vergütet werden.“

SPD lehnt Gegenvorschlag der CDU ab

Die Union habe einen Kompromissvorschlag entwickelt, nach dem Lebensversicherer die tatsächlich gezahlten Provisionen der Bafin melden müssten. Eine Deckelung solle nur erfolgen, wenn Provisionen mehr als 30 Prozent über dem Marktdurchschnitt lägen. Staatsekretär Kukies und Michael Schrodi (Berichterstatter der SPD Bundestagsfraktion für den Provisionsdeckel und Mitglied im Finanzausschuss des Deutschen Bundestages), lehnten den Vorschlag auf dem Hauptstadtgipfel allerdings ab.

„Dieser Vorschlag hätte zur Folge, dass Versicherungsunternehmen weiterhin signifikant höhere Provisionen zahlen können. Die Obergrenze wäre atmend und könnte von Jahr zu Jahr steigen. Das halten wir für unzureichend“, so Schrodi. Die Bafin müsste zudem in diesem Modell bei Missbrauch einschreiten, verfüge aber über keine Aufsicht über Versicherungsvermittler.

autorAutorin
Karen

Karen Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

smiley-icon

achtung: Sie nutzen einen veraltete Version des Internet Explorer und daher kann es eventuell zu fehlerhaften Darstellungen kommen. Wir empfehlen den Internet Explorer zu aktualisieren oder Google Chrome zu nutzen.

verstanden!