Provisionen 2 Milliarden Euro fehlen

Was passiert mit der Provisions-Lücke?
Was passiert mit der Provisions-Lücke?

Die Umsetzung des LVRG rückt näher. Ab 2015 dürfen Versicherer nur noch 25 statt 40 Promille der Beitragssumme als Abschlusskosten bilanziell verrechnen. Seit dem das klar ist, diskutiert die Branche über sinkende Provisionen, denn fraglich ist, wie Versicherer den Status quo finanzieren sollen.

| , aktualisiert am 11.11.2014 15:16  Drucken

Rechtsanwalt Jürgen Evers und Aktuarin Ellen Ludwig haben laut Versicherungsjournal dazu eine klare Meinung. Sie gehen davon aus, dass Makler und Vermittler zukünftig auf 10 bis 20 Prozent ihrer gewohnten Provisionen verzichten müssen. Grund dafür ist die Finanzierungslücke, die sich mit der gesetzlichen Änderung ergibt.

Laut Ludwig müssen Versicherer alles was über 25 Promille der Beitragssumme liegt, aus ihren Unternehmensgewinnen finanzieren. Das jedoch sei schwierig, da Versicherungsnehmer laut LVRG zukünftig zu 90 statt bislang 75 Prozent an den Risikoüberschüssen der Branche beteiligt werden. Zudem könnten in der derzeitigen Niedrigzinsphase auch aus Renditen auf Kapitalanlagen keine Mittel abfallen.

Bislang bezahlt die Branche Provisionen, die über den bilanzierbaren Kosten liegen, aus ihrem Verwaltungsbudget. Zukünftig sei das aber nicht mehr machbar, denn laufen die zukünftigen Geschäfte ähnlich wie 2014, müssten Versicherer mit außerrechnungsmäßigen Abschlusskosten von zirka 2 Milliarden Euro rechnen.

Die Abschlussprovisionen zu senken und stattdessen die laufende Provision zu erhöhen sei deshalb ein Ausweg. Eine weitere Lösung könnte zudem die Honorarberatung sein. Bieten Versicherer Nettotarife an, so könnten Makler und Vertreter diese frei gegen Honorar vermitteln, meinen Ludwig und Evers. Außerdem könnte eine Art Servicegebühr die Lücke zwischen alter und neuer Provision schließen.

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