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Prognose Mitarbeiter im Innendienst der Versicherer bald „überflüssig“?

In Zukunft dürften Sachbearbeiter in Versicherungsunternehmen verstärkt in Konkurrenz zu künstlicher Intelligenz stehen.
In Zukunft dürften Sachbearbeiter in Versicherungsunternehmen verstärkt in Konkurrenz zu künstlicher Intelligenz stehen. © dpa/picture alliance

Weltweit werden Abermillionen Jobs im Einzelhandel, in Produktion, Verwaltung sowie bei Banken und Versicherungen verschwinden, meinen Trendforscher angesichts der fortschreitenden Digitalisierung. Zwar würden zugleich zahlreiche neue Jobs entstehen – diese würden aber voraussichtlich nicht von den Menschen besetzt werden, die ihren Job wegen der Digitalisierung verloren haben, prognostiziert ein aktueller Medienbericht.

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Zahlreiche Wirtschaftsbranchen, darunter die Versicherungsbranche, stünden vor „gewaltigen Umwälzungen“, mutmaßen die Autoren des IT-Portals Heise online.

„Der klassische Versicherungsverkäufer und Makler wird sukzessive bis auf ein Minimum an Experten verschwinden. Ständig schießen neue Vergleichsportale wie Pilze aus dem Boden. Vermehrt werden Versicherungen Online abgeschlossen. Kurzzeitversicherungen (Spot Insurance) fürs Ski-Wochende, für die Radtour, den Wanderausflug, den Stadionbesuch… lassen sich über ‚Appsichern‘ bequem per Smartphone erledigen“, schildern die Autoren in dramatischem Duktus. „Einen Versicherungsvertreter braucht hierfür längst keiner mehr“, so das Fazit der Reporter.

Dass diese Zustandsbeschreibung mit der Lebenswirklichkeit vieler Versicherungskunden im Hier und Heute nicht (oder zumindest noch nicht) viel zu tun hat – geschenkt. Den Autoren geht es in erster Linie darum, auf eine Entwicklung hinzuweisen, die sich bereits in Fernost abzeichnet und womöglich bald auch in Europa Einzug erhalten könnte.

Innendienst vor dem Aus?

Automatisierung und künstliche Intelligenz werde bisher noch durchschnittlich bis gut qualifizierte und bezahlte Mitarbeiter im Innendienst der Versicherer „überflüssig“ machen, mutmaßen die Autoren – denn sogenannte Supercomputer seien „auf dem Vormarsch“.

Laut Bericht beabsichtigt das japanische Versicherungsunternehmen Fukoku Mutual Life Insurance knapp 30 Prozent seiner Mitarbeiter in der Abteilung Schadensbemessung durch ein auf IBMs Watson basierendes System zu ersetzen (wir berichteten). IBM zufolge sei das Watson-System „kognitive Technologie, die denken kann wie ein Mensch“, schreiben die Autoren. Diese ermögliche es „jegliche Daten zu analysieren und zu interpretieren, inklusive unstrukturierter Texte, Bilder, Tonaufnahmen oder Videos“.

Den Kosten für das System (1,6 Millionen Euro plus 120.000 Euro laufend) stünden Personalkosten in Höhe von 1,1 Millionen Euro pro Jahr gegenüber, schreiben die Autoren. „Nach nicht einmal 2 Jahren hat sich das System, welches ärztliche und andere Dokumente auswertet, um fällige Zahlungen zu berechnen, und das selbst in der Lage ist, besondere Klauseln in Versicherungsverträgen zu berücksichtigen, amortisiert“, heißt es weiter.

Auch in anderen Wirtschaftsbranchen müssen sich japanische Arbeitnehmer laut dem Bericht in Acht nehmen: „Einer Untersuchung des Nomura Research Instituts zufolge könnten bis zum Jahr 2035 fast die Hälfte aller Arbeitsplätze in Japan durch Roboter ersetzt werden“, so die Autoren.

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