Ein Patient erhält eine Zahnarztbehandlung: Zahnzusatzversicherungen gehören zu den beliebtesten Krankenzusatzpolicen. © picture alliance / dpa Themendienst | Christin Klose
  • Von Juliana Demski
  • 19.07.2021 um 15:35
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Zufrieden trotz Leistungslücken: Einer aktuellen Studie zufolge fühlen sich nur 15 Prozent der jungen bis mittelalten Menschen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) optimal abgesichert. Defizite sehen sie vor allem in den Bereichen Pflegevorsorge, Zahnbehandlung, Zahnersatz sowie bei Seh- und Hörhilfen, wie die Marktforscher von Heute & Morgen auf Basis der Studie mitteilten.

Die große Mehrheit der Deutschen zwischen 18 und 50 Jahren ist mit den Leistungen ihrer Krankenkasse zufrieden. Optimal abgesichert fühlen sich allerdings nur 15 Prozent von ihnen. 44 Prozent sehen den Umfang ihrer Absicherung im Krankheits- und Pflegefall hingegen eher kritisch. Das zeigt eine aktuelle Studie des Marktforschungsunternehmens Heute & Morgen.

Laut der Untersuchung sind es vor allem die Bereiche Pflegevorsorge, Zahnbehandlung, Zahnersatz sowie bei Seh- und Hörhilfen, die den gesetzlich Krankenversicherten Sorgen bereiten. Die Studie zeigt zudem: Für rund 40 Prozent der 18-50-jährigen Bundesbürger sind die Themen Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsabsicherung infolge der Corona-Pandemie noch einmal wichtiger geworden als zuvor.

Gefragt nach den in ihren Augen wichtigsten Leistungen, nannten die Umfrageteilnehmer am häufigsten Zahnbehandlungen und -Zahnersatz. Für die jungen Versicherte spielt zudem das Krankentagegeld eine besondere Rolle.

Zahnzusatz- und Auslandskrankenpolicen am beliebtesten

Das spiegelt sich auch in der Beliebtheit der auf dem Markt erhältlichen Krankenzusatzversicherungen wieder. Denn: Mit deutlichem Abstand am beliebtesten sind bisher Auslandskrankenversicherungen und Zahnzusatzversicherungen. Das kurzfristige Abschlusspotenzial für die Zukunft ist im Bereich Zahnzusatzversicherungen und bei Leistungen der Gesundheitsvorsorge am höchsten.

Aber auch zahlreiche andere Leistungssegmente bieten laut der Studie relevante Marktpotenziale; beispielsweise Pflegezusatzversicherungen oder Krankentagegeldversicherungen. Generell schließt nur eine Minderheit der gesetzlich Krankenversicherten den Abschluss von Krankenzusatzversicherungen für sich grundsätzlich aus (am ehesten noch in den Bereichen Heilpraktik, Homöopathie, Osteopathie). Allerdings: Vielen von ihnen (66 Prozent) fällt es aktuell noch schwer, die für sie passenden Krankenzusatzversicherungen auszuwählen.

Womit Krankenzusatzversicherer GKV-Kunden überzeugen

Dabei ist es für Krankenzusatzversicherer gar nicht so schwer, Kunden der gesetzlichen Krankenversicherung für sich zu gewinnen, wie die Studie weiter zeigt. Denn neben bedarfsgerechten Leistungen finden sie auch Services wie die Direktabrechnung mit dem Arzt, Beitragsgarantien oder Abschlussmöglichkeiten von Zusatzversicherungen trotz bereits akuter Erkrankungen vertrauenserweckend.

Je nach Alterszielgruppe können die Leistungs- und Servicepräferenzen laut Heute & Morgen jedoch deutlich variieren – so spielen Leistungs- und Beitragsgarantien vor allem für ältere Versicherte eine führende Rolle, während eine Vereinfachung der Abrechnungsformalitäten im Leistungsfall oder auch Service-Apps besonders bei den jüngeren Versicherten auf hohe Begeisterung stoßen.

Vertreter vorn im Vertriebskanal-Ranking

Bisher schließen die GKV-Versicherten Krankenzusatzversicherungen am häufigsten über Ausschließlichkeitsvermittler (26 Prozent) oder online direkt beim Versicherer (23 Prozent) ab; teils aber auch über Versicherungsmakler (15 Prozent). Fragt man die GKV-Versicherten, welche Abschlusswege im Krankenzusatzbereich für sie zukünftig grundsätzlich in Frage kommen, liegt allerdings der Abschlussweg über die eigene Krankenkasse deutlich an der Spitze (81 Prozent). Angeboten wird dieser Weg den GKV-Versicherten in der Praxis bisher aber erst selten.

Besonders jüngere GKV-Versicherte seien darüber hinaus aber auch offen für weitere neue Vertriebswege von Krankenzusatzversicherungen, heißt es im Studienpapier weiter – beispielsweise direkt über Ärzte, Kliniken oder Apotheken. Der Policen-Verkauf im Einzelhandel – ohne Einbettung in einen relevanten medizinischen Kontext – findet demgegenüber aktuell deutlich weniger Zuspruch.

Das Fazit der Studie:

„Für Produktanbieter und Krankenkassen bietet sich im Krankenzusatzbereich noch ein großes, bisher wenig genutztes Kooperationspotenzial, das zu einem gemeinsamen Erfolgsmodell werden kann“, kommentiert Vanessa Precht, Studienleiterin bei Heute & Morgen, die Ergebnisse. „Die GKV-Versicherten selbst versprechen sich davon ein größeres Maß an Orientierung, Sicherheit und Vereinfachung bei Krankenzusatzversicherungen.“

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Juliana Demski

Juliana Demski ist seit 2021 Junior-Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört sie seit 2016 an.

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