PKV-Studie Leistungsausgaben steigen in der GKV stärker als in der PKV

Die Leistungsausgaben je Versicherten sind seit 2007 in der PKV um 38,2 Prozent gestiegen, in der GKV jedoch um 45,6 Prozent.
Die Leistungsausgaben je Versicherten sind seit 2007 in der PKV um 38,2 Prozent gestiegen, in der GKV jedoch um 45,6 Prozent. © dpa/picture alliance

Über 35 Milliarden Euro sind im Jahr 2017 durch Privatpatienten ins deutsche Krankenversicherungssystem geflossen. Rund ein Drittel davon (13 Milliarden Euro) wären der Gesundheitsversorgung entgangen, wären die Versicherten nicht privat, sondern gesetzlich versichert gewesen. Das geht aus aktuellen Berechnungen des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) hervor.

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Jede Arztpraxis in Deutschland konnte 2017 im Schnitt 54.000 Euro mehr dadurch erwirtschaften, dass sie privat versicherte Patienten behandelte. Dieser Mehrumsatz steig in dem Jahr auf 13,2 Milliarden Euro. Das sind rund 226 Millionen mehr als im Jahr zuvor. Zu diesen Zahlen kommt das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) in seiner Studie „Mehrumsatz und Leistungsausgaben von PKV-Versicherten – Jahresbericht 2019“.

Darüber hinaus zeigt die Studie, dass der Kostenanstieg in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) deutlich höher ist als in der privaten Krankenversicherung (PKV). In den zehn Jahren seit 2007 seien die Leistungsausgaben je Versicherten in der PKV um 38,2 Prozent gestiegen, in der GKV jedoch um 45,6 Prozent. Dieser Trend werde sich weiter fortsetzen und die Beitragsbelastung je Versicherten in der GKV durchschnittlich stärker steigen als in der PKV.

Die Autoren der Studie gelangen ferner zu dem Ergebnis, dass ein enger Zusammenhang zwischen Alterung und PKV-Mehrumsatz besteht. Das Alter der Versicherten wirke sich auf die regionale Verteilung der Mehrumsätze aus. Je höher das Durchschnittsalter der Privatversicherten in einer Region, desto höher der regional verbleibende Mehrumsatz. Vor allem den ländlichen Regionen profitierten von diesen Mehrumsätzen.

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