Einheitskrankenversicherung ist nicht gerechter

Helmich verwies darauf, dass Deutschland mit dem dualen System von PKV und GKV in der Gesundheitspolitik bei Wartezeiten und Qualität weit besser dastehe als manche Nachbarländer, die bereits vor Jahren ein Einheitssystem in der Krankenversicherung umgesetzt hätten.

Michael Opoczynski moderierte die Diskussionsrunde, an der Experten aus Wissenschaft und der Assekuranz teilnahmen und stellte mehrere provokante Thesen in den Raum wie etwa „Die Bürger sind bereit die Finanzierungsrisiken zu übersehen, Hauptsache es geht gerecht im Wartezimmer zu“ oder „Die Bürgerversicherung bietet mehr Gerechtigkeit für alle“, was von allen Experten unisono verneint wurde.

Martin Albrecht, Geschäftsführer IGES Instituts, verteidigte die aktuelle Studie seines Instituts. Wäre die gesetzliche Krankenversicherung auch für die Staatsbediensteten Pflicht, könnten Bund und Länder bis 2030 rund 60 Milliarden Euro einsparen und die Beiträge für alle gesetzlich Versicherten sinken. Die Kollegen auf dem Podium wiesen zu Recht darauf hin, dass der rechtliche Rahmen bei der Studie völlig unberücksichtigt geblieben war und die tatsächliche praktische Durchführbarkeit einer solchen Aktion gegen Null tendiere.

Blick in die Zukunft

Am Nachmittag ging es weiter mit einem tiefen Blick in die Zukunft. Aufs Podium trat Sven Gábor Jánszky, renommierter Zukunftsforscher des Trendinstituts „2b AHEAD Think Tank“. Da Zukunft nicht messbar sei, müsse man mit den Entscheidern zukunftsorientierter Unternehmen sprechen, was er ständig tue. „Innovation geht nicht davon aus, dass Menschen sich diese wünschen. Sie geht von Unternehmen aus, die Geräte verkaufen wollen“, so Janszky.