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PKV-Ausblick „Der Rechnungszins muss erneut korrigiert werden“

Abdulkadir Cebi ist Bereichsleiter Analyse und Bewertung bei Assekurata.
Abdulkadir Cebi ist Bereichsleiter Analyse und Bewertung bei Assekurata. © Abdulkadir Cebi

Regulierung, Digitalisierung, Niedrigzins – der Versicherungsmarkt ist in Bewegung. Was wird das neue Jahr den privaten Krankenversicherern bringen? Abdulkadir Cebi, Bereichsleiter Analyse und Bewertung bei Assekurata, wagt einen Ausblick.

| , aktualisiert am 11.01.2018 19:18  Drucken

Pfefferminzia: Wie beurteilen Sie die Entwicklung der PKV in diesem Jahr?

Abdulkadir Cebi: Das Geschäft der privaten Krankenversicherer lief in diesem Jahr insgesamt relativ stabil. Allerdings ist auch der Druck auf die Kapitalanlagen durch die niedrigen Zinsen gestiegen. Der Rechnungszins muss erneut korrigiert werden. Das zieht wiederum Beitragsanpassungen nach sich. Anfang dieses Jahres mussten einige Unternehmen bereits diesen Schritt gehen, und zum 1. Januar 2018 werden weitere folgen. Bei der Zahl der Neuabschlüsse erwarten wir weiterhin rückläufige Zahlen. Der Nettoverlust in der Vollversicherung wird jedoch vermutlich geringer sein als in den vergangenen Jahren. Die Zusatzversicherungen – insbesondere Zahnzusatz- und Pflegeversicherungen – wachsen weiter und beeinflussen den Gesamtumsatz günstig.

Welche Trends werden 2018 prägen?

Zusatzversicherungen werden ein Trend sein. Unter dem Aspekt des Risikomanagements sind die Versicherer gut beraten, sich damit ein stabiles zweites Standbein zu bewahren. Wichtig werden jedoch neue Produktideen sein, um zum Beispiel jüngere Kunden zu gewinnen. Für diese Klientel müssten die Beiträge anfangs relativ niedrig sein, also ohne zunächst mit Alterungsrückstellungen zu kalkulieren. Erst später sollte automatisch darauf umgestellt werden. Bei den Vollversicherungen hängt die weitere Entwicklung ein Stück weit auch von der neuen Regierung ab. Da lässt sich aktuell schwerlich eine Prognose abgeben.

Wo sehen Sie Wachstumschancen in der PKV?

Bei Pflege-Zusatzpolicen besteht ein erheblicher Bedarf aufseiten der Bevölkerung. Zwar wurde die gesetzliche Pflegeversicherung reformiert, dennoch besteht nach wie vor eine finanzielle Lücke. Das ist auf jeden Fall ein starker Wachstumsmarkt. Aber auch die betriebliche Krankenversicherung könnte das Zeug dazu haben, ein echter Hit zu werden. Aktuell schlummert sie noch. Vielleicht stellt die künftige Regierung die Weichen so, dass sie erweckt wird.

Welche Impulse bringt die Digitalisierung?

Sie ist nicht mehr aufzuhalten. Sowohl die Versicherungen als auch der PKV-Verband arbeiten an digitalen Projekten. Zum Beispiel könnten die Leistungserbringer gleich mit der Gesundheitskarte des Patienten erfahren, welche Leistungen sein Tarif abdeckt. Auch Telemedizin, digitale Sprechstunden und Rechnung-Apps wird es verstärkt geben. Die steuerlichen und rechtlichen Voraussetzungen müssen dafür teilweise noch geschaffen werden.

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