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Pflegereport 2015 Zahl der Pflegebedürftigen steigt stärker als erwartet

Die Zahl der Pflegebedürftigen wird in den kommenden Jahren wohl doch stärker steigen als erwartet.
Die Zahl der Pflegebedürftigen wird in den kommenden Jahren wohl doch stärker steigen als erwartet. © Barmer GEK

Ohne Hilfe werden in Deutschland künftig immer weniger Menschen auskommen können. Die Zahl der Bedürftigen steigt stärker als bisher vorausgesagt. Was diese Entwicklung für die private Absicherung bedeutet.

| , aktualisiert um 17:51  Drucken
Im Jahr 2060 benötigen voraussichtlich 4,5 Millionen Menschen professionelle Pflege. Das prognostiziert die Krankenkasse Barmer GEK im Pflegereport 2015. Nach den neuen Schätzungen sind das 225.000 Menschen mehr als bislang angenommen.

Gleichzeitig zeigt die Studie, dass der Anteil hochbetagter Pflegebedürftiger drastisch wachsen wird. Grund ist die höhere Lebenserwartung. 60 Prozent der pflegebedürftigen Männer und 70 Prozent der Frauen werden im Jahr 2060 85 Jahre und älter sein. Zum Vergleich: Heute liegen diese Werte für Männer bei 30, für Frauen bei 50 Prozent. Christoph Staub, Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK sagt: „Aufgrund der drastischen Alterung der Pflegebedürftigen und ihrer steigenden Zahl sind weitere Pflegereformen vorprogrammiert.“

Menschen werden immer öfter zuhause gepflegt

Straub weist zugleich auf die zunehmende Belastung der Familien durch die Pflege hin, die mit dieser Entwicklung verbunden sind. Er fordert mehr Unterstützung für pflegende Angehörige, um deren Überforderung zu vermeiden.  Denn: Die Pflege findet immer mehr zu Hause statt. So sank der Anteil vollstationärer Pflege zwischen den Jahren 2005 und 2013 von knapp 32 auf 29 Prozent.

Derzeit werden 1,87 Millionen Menschen im häuslichen Umfeld von Angehörigen betreut. Zwei Drittel der 3,7 Millionen Pfleger sind Frauen. Sie widmen sich überwiegend im Alter zwischen 40 und 75 Jahre der Pflege einer nahen Person. Dabei sind sie tendenziell älter, wenn sie sich um demenzkranke Angehörige kümmern.

Mehr Leistungen für Demenzkranke

Demenzkranke zu pflegen ist deutlich zeitaufwändiger. Sie beträgt bei einem Drittel der Betroffenen zwischen vier und acht Stunden täglich, bei einem weiteren Drittel sogar bis zu zwölf Stunden pro Tag.

Der steigende Pflegebedarf lässt auch das finanzielle Risiko für die gesetzliche Pflegeversicherung ansteigen. Dem trägt das Zweite Pflegestärkungsgesetz Rechnung, das am 1. Januar 2017 in Kraft tritt. Denn es verbessert die Leistungen für Bedürftige und insbesondere die der Demenzkranken.

Um den steigenden Risiken zu begegnen, sei dennoch zusätzliche private Absicherung wichtig, schlussfolgert der Barmer Pflegereport. Vor allem pflegende Angehörige müssten ihr finanzielles Risiko stärker finanziell absichern.
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