Pflegegrade statt Pflegestufen Pflegereform könnte Hunderttausende schlechter stellen

Die Pflegereform ist das große Projekt von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.
Die Pflegereform ist das große Projekt von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. © Getty Images

Die geplante Pflegereform wird sich nicht für alle Pflegebedürftigen auszahlen. Jeweils 27 Prozent der Heimbewohner in den Pflegestufen I und II werden wohl weniger bekommen als nach jetzigem Recht. Das zeigt eine Studie der Uni Bremen.

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In Pflegestufe III würden 9 Prozent der Neu-Pflegebedürftigen im Vergleich zu heute schlechter gestellt. Den meisten Betroffenen winken allerdings Vorteile: 31 Prozent in Stufe I und 38 Prozent in Stufe II würden bessergestellt. In Stufe III wären es 45 Prozent, berichtet die Nachrichtenagentur dpa.

Ab 2017 soll ein System von fünf Pflegegraden die drei Pflegestufen ablösen. Davon sollen vor allem Demenzkranke profitieren, die im heutigen System mitunter leer ausgehen.

Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums sprach von „falschen Annahmen“ über die Auswirkung der Reform. „Kein Pflegebedürftiger, der heute Leistungen aus der Pflegeversicherung erhält, wird durch die Umstellung schlechter gestellt”, so die Sprecherin. Die große Mehrheit erhalte mehr.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kontert: „Die Regelung benachteiligt künftige Pflegebedürftige in einem viel zu großen Ausmaß“, so Vorstand Eugen Brysch gegenüber dpa.
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