Eine Physiotherapeutin und ihr Patient bei einer Behandlung: Ob Rückenschule, Vorsorgeuntersuchung oder Gesundheits-App – präventive Leistungen werden in der PKV immer wichtiger. © picture alliance / photothek / Ute Grabowsky / photothek.net
  • Von Karen Schmidt
  • 22.10.2021 um 09:25
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Präventionsleistungen in Tarifen der privaten Krankenversicherung kommen bei Versicherungsvermittlern gut an. Das zeigt eine aktuelle Umfrage unter Pfefferminzia-Lesern. Weitere Ergebnisse lesen Sie hier.

Neben dem Trendthema Prävention haben wir in unserer Umfrage auch einen Fokus auf die Corona-Pandemie gelegt. Hat diese die Gesprächsgrundlage von Vermittlern im Bereich der Krankenversicherung geändert? Gut 70 Prozent antworten auf diese Frage, dass sich keine Änderung ergeben habe. Rund 20 Prozent finden, die Ausgangslage für Gespräche mit dem Kunden habe sich verbessert, nur rund 9 Prozent geben an, sie hätten jetzt schlechtere Chancen auf ein Beratungsgespräch als vorher. Corona-kompatibel ist vielfach auch die Art, wie die Vermittler die Beratungsgespräche durchführen. Knapp 77 Prozent führen ihre Beratungsgespräche zur PKV online durch – knapp 37 Prozent häufig, gut 40 Prozent selten.

Die Corona-Pandemie hat einiges an zusätzlichen Kosten verursacht, was zum Beispiel die gesetzliche Krankenversicherung ordentlich belastet. Zusätzlich zu sowieso steigenden Kosten durch die alternde Bevölkerung und den medizinischen Fortschritt habe die Pandemie für „unkalkulierbare Zusatzbelastungen“ in der GKV gesorgt, kritisiert etwa Sigrid König, Vorständin beim BKK Landesverband Bayern. Diese wiegten besonders schwer, weil die Krankenkassen „nur noch über einen Bodensatz an Rücklagen verfügen dürfen“, so König weiter. Ihre Forderung an die Bundesregierung: „Wir brauchen noch vor dem Herbst 2021 auf die Ausgaben wirkende strukturelle Veränderungen.“ Passiere das nicht, erwartet König, dass die Versicherten 2022 eine Kostenlücke von mehr als 17 Milliarden Euro über höhere Beiträge schließen müssten. Zu diesem Schluss kommt auch der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands, Martin Litsch. „Ohne Gegensteuern droht ein Anstieg des durchschnittlichen Zusatzbeitrags von 1,3 auf 2,5 Prozent“, sagte er in einem Interview mit der „Augsburger Allgemeinen“.

Wird dieses Schicksal die PKV gleichermaßen treffen? Fast ein Viertel unserer Leser geht von deutlich steigenden Beiträgen aus, gut 46 Prozent rechnen ebenfalls mit Beitragsanpassungen, aber eher milden. Und knapp 31 Prozent glauben nicht, dass die Corona-Pandemie dazu führen wird, dass die Privatversicherten tiefer für ihren Krankenversicherungsschutz in die Tasche werden greifen müssen. Wer im Endeffekt richtig liegt, wird sich zeigen.

Aber das Thema ist wichtig, liegt doch die Beitragsstabilität bei der Frage, was Vermittlerinnen und Vermittlern besonders wichtig ist, wenn es um die Wahl eines passenden PKV-Anbieters für den Kunden geht, mit gut 78 Prozent auf Platz 2. Nur die guten Leistungen liegen mit rund 88 Prozent noch weiter vorne. Das ist auch nicht verwunderlich, weil sich die PKV doch gerade über die Leistungen deutlich von der gesetzlichen Krankenversicherung abhebt und damit das Hauptargument für eine PKV liefert.

Nach Leistungen und Beiträgen prüfen unsere Leser bei der Wahl eines Anbieters noch die Unternehmensbilanzen (51 Prozent) und wie schnell die Leistungsregulierung abläuft (31 Prozent). Das Image des Versicherers ist hier weniger entscheidend (14 Prozent).


1) Mehrfachnennungen möglich
Quelle: Pfefferminzia-Leserumfrage 2021
Illustrationen: Freepik / www.flaticon.com, rawpixel.com / Freepik

Die meisten unserer Leserinnen und Leser vermitteln ein- bis fünfmal pro Monat eine private Krankenversicherung – 84 Prozent geben das an. 13 Prozent schaffen es sogar sechs- bis zehnmal, neue PKV-Policen abzusetzen. Im Fokus stehen dabei jüngere Kunden, die zwischen 30 und 39 (79 Prozent) oder zwischen 20 und 29 Jahre alt sind (16 Prozent). Am häufigsten haben die Vermittler mit Selbstständigen und Freiberuflern zu tun (72 Prozent), vor Angestellten (70 Prozent) und Beamten (50 Prozent).

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Karen

Karen Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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