Patrick Dahmen ist Vorstandsvorsitzender der HDI Lebensversicherung. © HDI
  • Von Karen Schmidt
  • 29.06.2020 um 11:07
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Seit rund anderthalb Jahren ist Patrick Dahmen Vorstandsmitglied von HDI Deutschland und Vorstandsvorsitzender der HDI Lebensversicherung. Wir sprachen mit ihm über seine Bilanz für diese Zeit, welche Ziele er sich gesteckt hat und, natürlich, über die Auswirkungen der Corona-Krise.

Die Sachversicherung ist nicht Ihr Bereich, aber ist HDI von der Betriebsschließungsproblematik betroffen?

Wir haben uns zum Thema Betriebsschließungen klar positioniert, weil wir auch in der Krise für unsere Kunden da sein wollen. Das neuartige Corona-Virus ist in den Versicherungsbedingungen für die gewerbliche Betriebsschließungsversicherung anderen Krankheitserregern des Infektionsschutzgesetzes gleichgestellt. Wir differenzieren da nicht, und deshalb gewähren wir ja auch Deckenschutz für behördliche Schließungsanordnungen aufgrund des Corona-Virus. Die Resonanz von Kunden und Vertriebspartnern darauf ist überwältigend.

Die Digitalisierung hat durch die Corona-Pandemie einen ordentlichen Schub bekommen.

Absolut, das sorgt für eine deutliche Beschleunigung. Davon wird auch unser Geschäftsmodell im Zusammenspiel mit den personalen Vertrieben profitieren. Denn Digitalisierung und persönliche Beratung schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich. Wir gehen das Thema Digitalisierung von mehreren Seiten an. Automatisierung, Robotics, KI-basierte Erkennung von Schriftgut und entsprechende Bearbeitung ist erstens für unseren Betrieb zum Beispiel enorm wichtig. Das zweite Themenfeld bezieht sich auf Data Analytics: Wie können wir die Daten unserer Kunden noch stärker nutzen, um daraus passgenaue Produkte zu bauen, das Cross-Selling-Potenzial zu erhöhen und so weiter? Punkt Nummer 3 sind die Vertriebsschnittstellen zu Endkunden und zu Vertriebspartnern. Hier ist es unser Ziel, alle unsere Produkte in den nächsten Jahren komplett digital abschließbar zu machen. Zunächst widmen wir uns hier der Berufsunfähigkeitsversicherung – da arbeiten wir gerade dran. Andere Bereiche werden folgen, etwa die betriebliche Altersversorgung.

Was haben Sie da vor?

In der bAV wollen wir das Zusammenspiel von Vertriebspartnern, Unternehmen und den einzelnen Mitarbeitern digitalisieren. Da arbeiten wir eng mit den Technologie-Dienstleistern xbAV und eVorsorge zusammen. Ziel ist es zum Beispiel, dass jeder Mitarbeiter den Stand seiner bAV, und jeder Makler Informationen zum ganzen Bestand online einsehen kann. Auch die Prävention wollen wir als vierten Ansatz stärker in den Vordergrund rücken. In der Arbeitskraftabsicherung arbeiten wir in einem Pilotprojekt derzeit mit dem Unternehmen Aimo zusammen. Über deren App kann man seinen Bewegungsapparat digital scannen. Die Anwendung zeigt einem dann Schwachstellen im Körper auf und bietet Tipps, wie man dagegen angehen kann. Das ist für uns durchaus interessant, da 20 bis 30 Prozent unserer BU-Leistungsfälle auf Erkrankungen des Bewegungsapparates zurückzuführen sind.

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Karen Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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