Ost-West-Rentenangleichung Bundesregierung rechnet mit Mehrkosten in Milliarden-Höhe

Sozialministerin Andrea Nahles
Sozialministerin Andrea Nahles © dpa/picture alliance

Die Angleichung des Ost-Rentenwerts an das Niveau des Westens wird wohl teurer als bisher erwartet. Ab 2025 sollen dadurch bis zu 3,9 Milliarden Euro Mehrkosten für die Rentenkasse anfallen. Bis zu diesem Zeitpunkt soll die Angleichung jährlich mit 2 Milliarden Euro aus Steuermitteln zu Buche schlagen. Das geht aus den Gesetzentwürfen des Sozialministeriums hervor, die der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegen.

17.01.2017 10:08  Drucken
Die Bundesregierung hatte sich im November unter anderem auf eine Angleichung des Niveaus von Ost- und Westrenten geeinigt. Nun ist aber klar, dass das Vorhaben doch um einiges teurer wird als gedacht: Bis zum Jahr 2024 kommt so eine Summe von insgesamt bis zu 15,7 Milliarden Euro zustande. Ab 2025 kostet es die Rentenkasse dann bis zu 3,9 Milliarden Euro mehr als bisher erwartet, schreibt das Portal Finanzen.net auf Basis eines dpa-Berichts. Und Steuermittel in Höhe von jährlich 2 Milliarden Euro fallen ab 2025 auch an.



Auch bei den Erwerbsminderungsrenten wird es teurer: Hier rechnet die Regierung laut Bericht für 2045 mit etwa 3,2 Milliarden Euro mehr.

Beide Reformschritte hatten nach der Veröffentlichung des Rentenkonzepts im November wegen ihrer Finanzierung für Streitereien zwischen Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gesorgt. Sie einigten sich schlussendlich auf eine Mischfinanzierung aus Rentenkasse und Steuermitteln. Ab Juli 2018 soll sich der Rentenwert im Osten schrittweise an den im Westen angleichen.
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