Es gibt verschiedene Rechner, mit denen Vermittler gemeinsam mit ihren Kunden errechnen können, wie hoch der eigene CO2-Abdruck durch das persönliche Verhalten ist. © picture alliance/dpa | Annette Riedl
  • Von Manila Klafack
  • 12.04.2022 um 11:39
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Energie- und Ressourcensparen gehört zum nachhaltigen Handeln im Alltag dazu. Doch wie viel CO2-Ausstoß wird damit eingespart? Verschiedene Rechner geben darüber Aufschluss. Versicherungsvermittler könnten sie bei ihren Kunden als Vertriebsansatz nutzen und über nachhaltige Versicherungen ins Gespräch kommen.

Dürren mit verheerenden Waldbränden auf der einen Seite, extreme Niederschläge mit dramatischen Überschwemmungen auf der anderen Seite. Die Erderwärmung zeigt sich immer häufiger – auch immer mehr hier in Deutschland. Bei einem Blick auf die Daten der Jahresmitteltemperaturen des Deutschen Wetterdienstes sieht jeder sofort: Seit 1880 steigt die Temperatur kontinuierlich. Lag sie zu Beginn der sogenannten Hochindustrialisierung bei knapp unter 8 Grad Celsius, waren es im Jahr 2020 bereits rund 9,5 Grad Celsius.  

Um eine weitere Erwärmung schnellstmöglich zu stoppen, soll bekanntlich die Emission von Treibhausgasen verringert werden. Das Gas mit dem größten Effekt dabei ist Kohlendioxid. In Deutschland produzierten wir einem Bericht des Bundesumweltministeriums aus dem Jahr 2020 zufolge durchschnittlich 9,2 Tonnen Kohlendioxid im Jahr. Das ist doppelt so hoch wie der weltweite Durchschnitt.   

Diverse CO2-Rechner im Internet

Um festzustellen, wie viel des Treibhausgases man selbst produziert, gibt es im Internet viele CO2-Fußabdruck-Rechner. Dort müssen diverse Fragen beantwortet werden. Beim CO2-Ausstoß-Rechner des WWF beispielsweise beginnt die Befragung damit, welchen Anteil saisonales Obst und Gemüse an der Ernährung hat. Dabei zielt diese Frage nicht nur auf den hohen Ausstoß von Kohlendioxid ab, der mit der permanenten Verfügbarkeit von etwa Südfrüchten einhergeht, sondern auch auf die Verschwendung von Lebensmitteln.  

Demnach landeten in Deutschland im Jahr 2020 ganze 18 Millionen Tonnen Lebensmittel in der Tonne. Das sei fast ein Drittel des gesamten Nahrungsmittelverbrauchs von 54,5 Millionen Tonnen. Lebensmittelverschwendung sei eine Verschwendung von Ressourcen und belaste das Klima. Denn alle Lebensmittel, die quasi für die Tonne produziert wurden, hinterlassen ebenfalls je nach Produkt einen unterschiedlich hohen klimatischen Fußabdruck. 

Tierische Lebensmittel erhöhen die Bilanz

Tierische Lebensmittel, wie Fleisch und Fisch, Milch und Milchprodukte schrauben den Fußabdruck nach oben. Zudem untersuchte das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (Ifeu) 200 Lebensmittel auf ihre Wirkung aufs Klima. Wenig überraschend: Saisonales, regionales Obst und Gemüse schneidet besser ab, als etwa Erdbeeren im Winter oder eine Ananas, die per Flugzeug nach Deutschland transportiert wurde. 

Ein anderer Rechner für den Fußabdruck unter www.fussabdruck.de von Brot für die Welt liefert als Ergebnis die Größe einer Fläche, die für den eigenen Lebensstil verbraucht wird. Demnach beträgt die Fläche jedes Einzelnen in Deutschland durchschnittlich 4,7 sogenannte Global Hektar (GHA). Ein GHA entspricht einem Hektar, also 10.000 Quadratmeter weltweit durchschnittlicher Biodiversität. Der durchschnittliche Abdruck jedes Menschen auf der Welt liegt bei 2,8 GHA – nachhaltig wäre es, wenn jeder höchstens 1,6 GHA verbrauchen würde.  

Für den eigenen ökologischen Fußabdruck ist neben der Ernährung zum Beispiel auch maßgeblich, wie viele Kilometer im Jahr mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß, mit dem Rad, dem Auto oder Motorrad zurückgelegt werden, und ob es sich bei dem Fahrzeug um ein Elektroauto handelt. Auch Flugreisen und Kreuzfahrten schlagen auf dem Konto des CO2-Ausstoßes deutlich zu Buche. Und das eigene Zuhause bestimmt mit Dämmung, Heizungsanlage, Heizverhalten und der Energieeffizienzklasse der Elektrogeräte ebenfalls den Fußabdruck, den wir hinterlassen. 

Vertriebstipp: Hinweis an nachhaltig handelnde Kunden

„All diese Informationen rund um den eigenen Verbrauch sensibilisieren etwa zum verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und Energie. Sie können dazu beitragen, den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern“, sagt Frederik Waller, Gründer und Geschäftsführer des Marktplatzes bessergrün. „Immer mehr Menschen wollen an ihrem eigenen Verhalten etwas ändern, um deutlich weniger als die durchschnittlichen 9 Tonnen CO2 zu verursachen, die wir Deutschen produzieren. Versicherungsvermittler, die bei ihren Kunden ein Interesse an nachhaltigerer Lebensweise erkennen, können bei dieser Klientel mit entsprechenden Produkten aus der Versicherungswelt punkten“, ist Waller überzeugt. „Eine Vertriebsidee wäre, über die sozialen Medien einen Link zu einem Fußabdruck-Rechner an die eigenen Kunden zu versenden, mit dem Hinweis, dass jeder etwas für seine eigene CO2-Bilanz tun kann. Auch zum Beispiel mit Versicherungen, die mit ihren Produkten hier ebenfalls aktiv sind.“ 

 

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Manila Klafack

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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