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Niedrigzinsniveau Die wichtigsten Fragen und Antworten zum sinkenden Garantiezins

Verantwortet die niedrigen Zinsen in Europa: EZB-Präsident Mario Draghi.
Verantwortet die niedrigen Zinsen in Europa: EZB-Präsident Mario Draghi. © Getty Images

Anfang Januar 2017 sinkt der Garantiezins für Lebensversicherungen von 1,25 auf 0,9 Prozent. Inwiefern wirkt sich das auf Neu- und Bestandskunden aus? Hier kommen vier Fragen und vier Antworten.

| , aktualisiert am 01.08.2016 17:33  Drucken
Wie trifft der niedrigere Garantiezins Neukunden?

Wer im kommenden Jahr eine klassische Lebensversicherung abschließt, erhält zum Ablauf seines Vertrags weniger garantiertes Vermögen, als Kunden, die dieses Jahr noch abschließen. Die Stiftung Warentest hat mal ausgerechnet, wie viel weniger dabei rumkommen kann. Beispielfall ist ein Sparer, der heute abschließt und pro Jahr 1.200 Euro in einen Vertrag mit 8 Prozent Gesamtkosten einzahlt. Er bekommt dann später garantiert 40.385 Euro. Schließt der gleiche Kunde den Vertrag erst 2017 ab, warten am Laufzeitende nur noch 38.169 Euro garantiert auf ihn.



Ist der Garantiezins die einzige Verzinsung bei einer klassischen Police?

Nein. Auf den Garantiezins kommen noch die Überschussbeteiligung, die die Lebensversicherer jedes Jahr neu festlegen sowie ein Schlussüberschuss und eine Beteiligung an den Bewertungsreserven des Anbieters. Alles zusammen ist die Gesamtverzinsung des Vertrags. Nur der Garantiezins ist dabei aber konstant und damit planbar. Der Rest unterliegt Schwankungen.

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So lag die Gesamtverzinsung laut Angaben des Versicherungsverbands GDV im Jahr 2009 zum Beispiel noch bei 5 Prozent. 2016 sind es noch 3,56 Prozent. Die Folge: Zahlreiche Leser der Stiftung Warentest etwa bekommen weniger Geld als ursprünglich in Aussicht gestellt. Zum Teil gibt es bis zu 50 Prozent weniger.

Lohnt sich der Abschluss der Klassiker dann überhaupt noch?

Fakt ist: Nur Rentenversicherungen können das Langlebigkeitsrisiko des Kunden absichern. Daher haben diese Produkte auch nach wie vor ihre Daseinsberechtigung. Ob für den Kunden dann eine klassische oder eine fondsgebundene Variante mit oder ohne Garantien ob ein Riester- oder Rürup-Vertrag oder die betriebliche Altersvorsorge besser passt, sollte der Kunde ausführlich mit einem Berater besprechen.

Hat die Garantiezinssenkung auch Auswirkungen auf Bestandskunden?

Der einmal zugesagte Garantiezins bleibt, auch bei älteren Verträgen. Der Mechanismus aber, dass das Niedrigzinsniveau auf die Kapitalerträge der Versicherer drückt, wirkt sich natürlich auch auf Bestandskunden aus, in Form sinkender Überschüsse.

Bei einigen Betriebsrenten können die Anbieter zudem die Verträge auch für Bestandskunden anpassen. So hat etwa die Pensionskasse Neue Leben angekündigt, dass Kunden mit einem Garantiezins von 3,25 Prozent künftig nur noch 1,25 Prozent erhalten werden.
Höheres Rentenniveau für alle
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Mütter, die früh wieder in den Job einsteigen, könnten die Rentenbeitragszahler bis 2050 um insgesamt rund 190 Millarden Euro entlasten. So lautet das Ergebnis einer Studie des Prognos-Instituts im Auftrag des GDV.

Was diese Entwicklung für Frauen in puncto eigener Rentenansprüche und der privaten Riester-Altersvorsorge in konkreten Zahlen bedeutet, lesen Sie in folgendem Beitrag.

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