Niedrigzins-Wahnsinn Gehen nun auch die Garantiezusagen flöten?

EZB: Die neue Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt
EZB: Die neue Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt © Getty Images

Kundengelder legen Versicherer vorwiegend in festverzinsliche Wertpapiere an. Der Zins für zehnjährige Bundesanleihen liegt derzeit allerdings gerade mal bei 0,7 Prozent. Da ist es nicht verwunderlich, dass es für die Branche schwerer wird, zugesagte Renditen zu erwirtschaften.

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„Wenn die Niedrigzinsphase länger anhält, droht die Gefahr, dass wir japanische Verhältnisse bekommen und einzelne Lebensversicherer ihre Garantiezinsen nicht mehr erfüllen können", so Continentale-Chef Helmut Posch gegenüber Spiegel Online. Damit spielt Posch auf die Niedrigzinsphase an, die Japan in den 2000er Jahren durchmachte. Damals seien einige Versicherer pleite gegangen, so der Bericht weiter.

Auch Munich-Re-Chef Nikolaus von Bomhard hatte jüngst in einem Medienbericht kritisiert, dass die Politik der EZB die Versicherer schwäche. Zudem hat der Stresstest der Eiopa ergeben, dass besonders kleine Anbieter in Turbulenzen geraten könnten, wenn ihre Vermögenswerte weiter sinken.

Auch die Finanzaufsicht Bafin sei nicht ganz unschuldig an der Misere, so der Spiegel-Bericht weiter. Sie habe zu spät reagiert. So gebe es beispielsweise die Zinszusatzreserve erst seit 2011. Inzwischen würde jedoch auch die Aufsichtsbehörde die Abschaffung der lebenslangen Garantien bei Neuverträgen fordern.
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