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Niedrigzins belastet die Versicherer „Das Anlageportfolio hat sich verändert“

Ja, da meldet sich der Richtige: Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank, ist mit für das Niedrigzinsniveau und damit das Dilemma der Lebensversicherer verantwortlich.
Ja, da meldet sich der Richtige: Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank, ist mit für das Niedrigzinsniveau und damit das Dilemma der Lebensversicherer verantwortlich. © dpa/picture alliance

Niedrigzins und demografischer Wandel setzen die Versicherer hierzulange unter Druck. Wie die Unternehmen reagieren und ob einigen die Pleite droht, lesen Sie hier.

| , aktualisiert am 09.05.2016 11:33  Drucken
Steckt die Versicherungsbranche in der Krise? Das fragen die Journalisten von Zeit Online in ihrem Beitrag „Die Verunsicherer“. Auf jeden Fall steckten die Unternehmen in der Falle. Denn die Kunden wünschten sich ein sicheres Produkt mit einer auskömmlichen Rendite, während der Markt Rendite fast nur noch in Verbindung mit mehr Risiko verspreche. Und das sei unter dem neuen Solvency-II-Regime ziemlich teuer.



Die niedrigen Zinsen seien aber nur das eine Problem, auch der demografische Wandel mache den Unternehmen zu schaffen, erklärt Peter Schwark vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). „Die Babyboomer-Jahrgänge sind bereits durch mit ihren Vertragsabschlüssen." Das soll erklären, warum immer weniger Deutsche eine Lebensversicherung abschließen. Laut aktueller GDV-Zahlen gingen die Neuabschlüsse 2015 um fast 11 Prozent zurück.

Wie reagieren die Versicherer? Auf Kapitalanlageseite haben sie schon reagiert. „Das Anlageportfolio hat sich verändert“, so Schwark. „Eher weg von Bundesanleihen, hin zu Pfandbriefen, Hypotheken, vermehrt Unternehmensanleihen, Immobilien, teilweise auch Aktien.“ Hans-Peter Schwintowski, Professor für Versicherungsrecht an der Humboldt-Universität zu Berlin, findet aber, dass bisher noch viel zu wenig passiert sei. Bislang lägen immer noch satte 80 Prozent des Anlagevermögens in Staatsanleihen.

Run-off wird vermehrt als Lösung gesehen

Ein anderer Lösungsweg für viele Versicherer sei, sich von klassischen Policen zu trennen und sie an andere Unternehmen abzugeben. Diese Methode des Run-offs sei laut der Unternehmensberatung Willis Towers Watson inzwischen ein beliebtes strategisches Mittel. Für die Kunden ist dieser Vorgang nicht so richtig ideal, denn mit hohen Überschüssen oder Überschüssen überhaupt, ist es dann vorbei.

Von einer Pleite bedroht, sei indes kein Versicherungsunternehmen, stellt der GDV klar. „Wir haben keine Anzeichen dafür, dass einzelne Lebensversicherer in nächster Zeit in Probleme kommen“, so Schwark. Auch die Finanzaufsicht Bafin gibt Entwarnung. „Die Prognoserechnungen der Bafin zeigen, dass die deutschen Lebensversicherer kurz- bis mittelfristig ihre Garantieversprechen erfüllen können“, so ein Sprecher gegenüber Zeit Online. Zwar gebe es nach wie vor „eine Handvoll“ Unternehmen, die von der anhaltenden Niedrigzinsphase stärker betroffen seien. Die unterstünden aber einer intensiveren Aufsicht.
Höheres Rentenniveau für alle
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Mütter, die früh wieder in den Job einsteigen, könnten die Rentenbeitragszahler bis 2050 um insgesamt rund 190 Millarden Euro entlasten. So lautet das Ergebnis einer Studie des Prognos-Instituts im Auftrag des GDV.

Was diese Entwicklung für Frauen in puncto eigener Rentenansprüche und der privaten Riester-Altersvorsorge in konkreten Zahlen bedeutet, lesen Sie in folgendem Beitrag.

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