Ein Neubaugebiet in München: Wohnraum ist in Bayerns Hauptstadt am teuersten. © dpa/picture alliance
  • Von Juliana Demski
  • 06.04.2020 um 16:37
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Im vergangenen Jahr sind die Immobilienpreise in mehr als 90 Prozent aller deutschen Landkreise und kreisfreien Städte erneut gestiegen. Im bundesweiten Mittel ging es inflationsbedingt um 9,3 Prozent nach oben. Das zeigt eine aktuelle Studie der Postbank. Ob das angesichts der Corona-Pandemie so weitergehen wird, ist allerdings fraglich.

Mehr als 90 Prozent aller deutschen Landkreise und kreisfreien Städte verzeichneten 2019 einen Zuwachs bei den Kaufpreisen. Im bundesweiten Mittel lag das Plus gegenüber 2018 inflationsbereinigt bei 9,3 Prozent. Dies sind Ergebnisse der Studie „Postbank Wohnatlas 2020“ zur Preisentwicklung am Immobilienmarkt.

Die teuersten Immobilien gab es wieder einmal in München. So kostete der Quadratmeter 2019 erneut 6,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Durchschnittswert für den Kauf von Eigentumswohnungen in Bestandsbauten der bayerischen Landeshauptstadt liegt bei 8.079 Euro pro Quadratmeter.

Im Vergleich der sogenannten Big Seven – der sieben größten deutschen Metropolen – stiegen die Preise am stärksten in Frankfurt am Main. Durchschnittlich 5.687 Euro mussten Immobilienkäufer 2019 für den Quadratmeter hinlegen, 11 Prozent mehr als im Vorjahr. Die deutsche Bankenmetropole liegt damit weiter auf Platz 2 der teuersten Großstädte.

Laut der Postbank-Studie setzt sich Frankfurt damit immer mehr von Hamburg ab. Die Hansestadt lag 2019 mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 5.054 Euro auf Platz 3. Aber auch Berlin holt weiter auf: In der deutschen Hauptstadt stiegen die Preise erneut um knapp 10 Prozent. Mit einem Quadratmeterpreis von 4.639 Euro zog Berlin an Stuttgart vorbei und liegt damit im Ranking der Big Seven auf Platz 4.

Aber nicht nur in Großstädten, auch in ländlicheren Gebieten wachsen die Immobilienpreise stetig weiter.

Vor allem in den Kreisen im Umland der Metropolen – den sogenannten Speckgürteln – wächst das Interesse der Käufer an Immobilien. Die Nachfrage sei hier groß, angebotene Wohnungen und Häuser würden schnell verkauft, heißt es in der Studie. „Kaufinteressierte sollten sich dennoch unbedingt die Zeit nehmen, ihr Wunschobjekt genau zu begutachten. Einzelne Objekte könnten überteuert sein. Niemand sollte sich zum Kauf drängen lassen“, rät Eva Grunwald, Leiterin des Immobiliengeschäfts bei der Postbank.

Interessant ist: Deutschlands teuerste Landkreise liegen fast ausnahmslos im Süden der Republik. Unter den Top 10 finden sich neun bayerische Kreise. In mittlerweile sieben deutschen Landkreisen hat der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Wohneigentum die 5.000-Euro-Marke geknackt.

Der bundesweit teuerste Landkreis liegt aber nicht in Bayern, sondern im Landkreis Nordfriesland, zu dem unter anderem die beliebten Inseln Sylt, Föhr und Amrum, aber auch Ferienorte wie St. Peter-Ording gehören. Hier kostete der Quadratmeter im vergangenen Jahr im Schnitt 6.452 Euro. Auf Platz 2 im Ranking der teuersten Landkreise liegt Miesbach (Bayern) mit durchschnittlich 6.127 Euro pro Quadratmeter. Auch die bayerischen Landkreise Starnberg und München haben die 6.000-Euro-Marke durchbrochen. Alle drei Kreise liegen im Speckgürtel der bayerischen Landeshauptstadt.

Von der Preisspirale besonders stark erfasst wurden zudem drei Landkreise in Brandenburg:

Den deutschlandweit stärksten Anstieg verzeichnete laut Studie die Uckermark – mit einem Plus von gut 48 Prozent. Um knapp 42 Prozent schnellten die Quadratmeterpreise im Landkreis Elbe-Elster in die Höhe. Und auch in Frankfurt (Oder) wurde Wohneigentum um gut ein Drittel teurer (34 Prozent).

„Niedrige Zinsen, große Nachfrage und knappes Angebot – das waren auch 2019 die wichtigsten Preistreiber am Immobilienmarkt. Eine Trendwende ist derzeit in den meisten Regionen Deutschlands nicht in Sicht“, schlussfolgerte Eva Grunwald im Rahmen der Studie.

Wegen des Corona-Virus dürfte der Höhenflug der Preise aber bald eine Pause einlegen. Wie die Zeitung „Börse am Sonntag“ berichtet, würden derzeit kaum noch Wohnungen am Markt verkauft. Das Institut für Stadt-, Regional und Wohnforschung rechne damit, dass der Immobilienmarkt unter der Corona-Pandemie stärker leiden wird als unter der globalen Finanzkrise. Damals ging es bei den Käufen um etwa 12 Prozent nach unten. Zuverlässige Daten gebe es aber noch nicht, schreibt die Zeitung weiter.

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Juliana Demski

Juliana Demski ist Werksstudentin bei Pfefferminzia und unterstützt die Redaktion in der täglichen Berichterstattung.

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