Neues Begutachtungssystem Stau bei Bearbeitung von Pflegeformularen

Eine Pflegerin im Gespräch mit einer älteren Frau: Die Reform des Pflegesystems hat für Staus bei der Bearbeitung gesorgt.
Eine Pflegerin im Gespräch mit einer älteren Frau: Die Reform des Pflegesystems hat für Staus bei der Bearbeitung gesorgt. © dpa/picture alliance

Die Pflegereform scheint anzukommen, die Nachfrage nach Pflegeleistungen ist groß. Doch offenbar führt die Umstellung auf ein fünfstufiges Begutachtungssystem zu deutlich verlängerten Wartezeiten – im Schnitt benötigt die Bearbeitung eines Antrags einen ganzen Monat.

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30,6 Tage – das ist die durchschnittliche Bearbeitungszeit, die im Oktober 2017 für Regelbegutachtungen bei Pflegeanträgen zusammenkamen. Im Vorjahresmonat kostete die Bearbeitung mit durchschnittlich 18,1 Tage deutlich weniger Zeit, wie das Bundesgesundheitsministerium auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag mitteilte.

Warum müssen Antragsteller länger warten?

Die Menschen müssen mehr Geduld mitbringen, weil es im Zuge der neuen Pflegereform seit 1. Januar ein fünfstufiges Begutachtungssystem gibt, das für die Sachbearbeiter offenbar deutlich mehr Aufwand mit sich bringt. Immerhin: Bei besonders dringenden Anliegen geht es mit einer Durchschnittsdauer von 12,5 Arbeitstagen deutlich zügiger.

Regionale Unterschiede

Doch nicht alle Bundesbürger müssen sich in gleichem Ausmaß in Geduld üben: So treten bei der Bearbeitungsdauer von Pflegeanträgen auch regionale Unterschiede zu Tage. In zehn von 15 Regionen überschreiten die durchschnittlichen Wartezeiten die eigentlich geltende gesetzliche Frist von 25 Tagen, die für das Jahr 2017 vorübergehend gilt.

In Zahlen heißt das: In Berlin-Brandenburg waren es im vergangenen Oktober im Schnitt 27,0 Tage, in Niedersachsen 25,8 Tage, in Westfalen-Lippe 36,1 Tage, in Schleswig-Holstein 46,1 Tage und in Mecklenburg-Vorpommern 20,7 Tage.

Am langsamsten ging es in Rheinland-Pfalz mit 54,3 Tagen voran. Bundesweit gab es im November 2017 rund 220.000 unerledigte Anträge. Das Bundesgesundheitsministerium geht allerdings davon aus, dass der Rückstand bis März 2018 abgearbeitet werden kann.

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