Neue Gesetzeslage für Fondspolicen Gleiche Kosten, weniger Auswahl

Klaus Dieter Erdmann, Gründer und Geschäftsführer von MMD Multi Manager
Klaus Dieter Erdmann, Gründer und Geschäftsführer von MMD Multi Manager © MMD Multi Manager

Es ist, wie es immer ist, ärgert sich Klaus-Dieter Erdmann: Der Gesetzgeber erlässt eine Verordnung, ohne sich um die Folgen für die Praxis zu kümmern. Die sehen in diesem Fall so aus: Anleger, die mit einer Fondspolice privat fürs Alter vorsorgen wollen, haben künftig nur noch ein deutlich eingeschränktes Angebot.

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Fast gänzlich unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit sorgt neben dem LVRG eine weitere Maßnahme des Gesetzgebers für Anpassungsbedarf bei fondsgebundenen Lebensversicherungen. Danach dürfen Fonds mit erfolgsabhängiger Vergütung (Performance Fee) in staatlich geförderten Neuverträgen (Riester, Rürup, baV) nicht mehr eingesetzt werden. Dies wird dazu führen, dass viele Versicherer aus technischen und verwaltungsrechtlichen Gründen ihr komplettes Fondsuniversum anpassen werden. In der Konsequenz führt dies dann auch zu einem eingeschränkten Fondsuniversum für die private Vorsorge (Schicht 3).

Unabhängig von der Diskussion, ob erfolgsabhängige Vergütungen gut oder schlecht sind, fehlen dem Kunden künftig zahlreiche gute Fonds in dem Fondsangebot eines Versicherers. Auch hier ist die Ursache eine gesetzliche Vorgabe, die transparente und damit vergleichbare Kostenbelastungen im Rahmen der Policen anstrebt.

Während sich ein Teil der Fondsanbieter dagegen wehrt, ihre Produkte speziell für Versicherungen ohne erfolgsabhängige Gebühren in einer weiteren Tranche zur Verfügung stellen, gibt es auch einige Anbieter, die umgehend Tranchen ohne Performance Fee aufgelegt haben. Der Kunde wird damit aber nicht unbedingt besser gestellt: Denn die fehlenden Einnahmen aus der Performance Fee werden oftmals durch erhöhte Verwaltungsvergütungen in der entsprechenden Tranche kompensiert.

Es wäre hilfreich, auf Seiten der Gesetzgebung über die wesentlichen Konsequenzen einer Verordnung nachzudenken. Denn der Kunde bekommt im beschriebenen Fall zwar eine theoretische Kosten-Kennzahl. Diese sagt jedoch im Grunde genommen nichts aus, und er muss dafür insgesamt auf viele attraktive Investmentmöglichkeiten verzichten.

Über den Autor:

Klaus-Dieter Erdmann ist Gründer und Geschäftsführer von MMD Multi Manager in Arnsberg. Das Unternehmen hat sich auf die Analyse vermögensverwaltender Fonds spezialisiert und wertet mit Hilfe einer hauseigenen Datenbank kontinuierlich mehr als 1.500 Angebote dieser Produktkategorie aus.

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