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Multi-Asset-Ausblick 2019 „Kunden klarmachen, was die Wahl eines Risikoprofils bedeutet“

Michael Heidinger ist Experte für die MyFolio-Multi-Asset-Konzepte von Standard Life Aberdeen.
Michael Heidinger ist Experte für die MyFolio-Multi-Asset-Konzepte von Standard Life Aberdeen. © Standard Life Aberdeen

Wie wirken sich die schwierigen Marktbedingungen auf die Zukunft der Multi-Asset-Konzepte aus? Endet der bisher so erfolgreiche Boom in Kürze? Pfefferminzia fragte Michael Heidinger, Experte für die MyFolio-Multi-Asset-Konzepte von Standard Life Aberdeen.

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Pfefferminzia: Wie beurteilen Sie das aktuelle Marktumfeld?

Michael Heidinger: Als spannend. Im ersten Quartal vergangenen Jahres hat der Volatilitäts-Crash die Marktteilnehmer durcheinandergewirbelt und den Aktienmarkt wieder auf ein moderates Niveau zurückgeführt, ähnliches gilt für die Marktphase seit Juli 2018. Für 2019 erwarten wir ein weiteres starkes Auf und Ab. Die geopolitischen Themen sind weiterhin existent und das bleiben sie auch für die Jahre danach.

Wie schätzen Sie die Zukunft von Multi-Asset-Konzepten generell ein?

Multi-Asset-Lösungen werden weiter überzeugen – auch für die Altersvorsorge – wesentlich mehr als etwa reine Aktienfonds. Wir müssen aber am Kundengespräch arbeiten und dem Kunden klarmachen, was es bedeutet, ein bestimmtes Risikoprofil auszuwählen. MyFolio gibt es beispielsweise in fünf Risikostufen. Wählt der Kunde eines mit hoher Volatilität aus, muss ihm klar sein, was seine Chancen und Risiken sind.

Vergangenes Jahr hat Standard Life eine neue Multi-Manager-Produktlinie in Deutschland eingeführt. Wie war die Resonanz bei Maklern?

Nach knapp zwei Jahren sehen wir momentan noch kein massives Interesse an der neuen Produktlinie. Die passive MyFolio-Variante, die wir seit 2015 im Einsatz haben, ist aktuell deutlich stärker nachgefragt. Das liegt an drei Faktoren: 1. Hat sie eine längere Historie, 2. Kommen bei der passiven Variante keine Absolute-Return-Ansätze zum Einsatz – die Anlageform hat sich sehr schwer getan in den vergangenen drei Jahren. 3. Die Aktienmärkte sind auf Drei-Jahres-Sicht hochgelaufen und so war ein höherer Marktbezug natürlich positiv.

Die aktiven MyFolios können sich einer Krise am Aktienmarkt aber doch auch nicht entziehen?

Wenn sich die Märkte nach unten korrigieren, wie in diesem Jahr kommen natürlich Fragen auf. Genau in so einer Phase sieht man die Vorteile der aktiven MyFolio-Portfolios, da sie noch breiter gestreut sind. Nehmen Sie als Beispiel den deutschen Aktienindex Dax. Er hat zwischen Juli und Oktober 2018 knapp 14 Prozent verloren. Bei unseren aktiven MyFolios im Chance Plus Profil, dem Portfolio mit dem höchsten Risikoanteil, war der Verlust deutlich geringer. Das ist, was wir liefern: Eine breite Streuung, einen langfristigen Fokus und einen Vermögensverwaltungsansatz zu geringen Kosten. Wir werden aber nie komplett aus dem Markt sein mit MyFolio.

Welche Umschichtungen führen Sie nun durch?

Unsere stärksten Umschichtungen sind in diesem Jahr bei den risikoreichen Anlagen. Auf der Aktienseite reduzieren wir den US-Anteil, da wir die Region für zu teuer erachten, und investieren stärker in Europa, da hier noch Aufholpotenzial liegt, außerdem werden wir Schwellenländer-Anleihen stärker gewichten. Verglichen zu Unternehmensanleihen oder auch Staatsanleihen liefern Schwellenländer-Anleihen für das Risiko, das man eingeht, einen sehr attraktiven Zins.

Planen Sie Neuerungen in der Produktpalette?

Wir haben Anfang des vergangenen Jahres über das Problem gesprochen, nicht ausreichend hochqualitative aktive nachhaltige Investments zu finden. Aktuell arbeiten wir an einer Lösung, die versucht das Thema Nachhaltigkeit und passive Investments zu verknüpfen und eventuell als neue MyFolio Variante an den Markt zu bringen. Zudem haben wir Ende September bereits den Diversified Growth Fund (DGF) in den Fondspolicen lanciert, ein neues Multi-Asset-Produkt. Zielgruppe sind Makler, die ein defensives Produkt ohne Anleihen, aber mit alternativen Investments, im Risikobereich zwischen 4 bis 6 Prozent suchen.

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