Mit den politischen Anstrengungen im Bereich Gesundheit sind Bürger und Ärzte nicht allzu zufrieden. © MLP Gesundheitsreport 2019
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  • 10.10.2019 um 10:17, aktualisiert am 10.10.2019 um 10:27
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Das Gros der Bundesbürger geht davon aus, dass die Gefahr einer Zwei-Klassen-Medizin hierzulande in den kommenden zehn Jahren steigen wird – ebenso die Krankenkassenbeiträge. Das zeigt der MLP Gesundheitsreport 2019. Hier kommen weitere Ergebnisse der Untersuchung.

Das Gesundheitssystem in Deutschland steht vor einigen Herausforderungen. Noch beurteilen die meisten Bürger (77 Prozent) und Ärzte (89 Prozent) das System als gut oder sehr gut. Aber es hakt an manchen Stellen. Ein Kritikpunkt der Bevölkerung sind etwa die langen Wartezeiten bis zu einem Arzttermin. 62 Prozent bemängeln das, 2012 waren es 52 Prozent. Gerade gesetzlich Krankenversicherte (65 Prozent) haben hier mit zu kämpfen.

Das sind Ergebnisse des MLP Gesundheitsreports 2019, für den das Institut für Demoskopie Allensbach mehr als 1.200 Bürger und über 500 Ärzte befragte (zu den ausführlichen Ergebnissen geht es hier).

Ein weiteres Problem: 34 Prozent der Bürger hatten das Gefühl, dass ihnen medizinische Leistungen aus Kostengründen vorenthalten würden (2012: 31 Prozent). Und das ist auch tatsächlich so: Fast jeder zweite Arzt (45 Prozent) gab an, dass dies schon mal vorgekommen sei.

Wie schätzen Bürger und Ärzte die Zukunft des Systems ein? In den kommenden zehn Jahren erwarten Ärzte eine Verschlechterung der Gesundheitsversorgung (59 Prozent, 2016: 62 Prozent). In der Bevölkerung gehen 30 Prozent pauschal von einer Verschlechterung aus. Zugleich rechnen 60 Prozent mit einer Zwei-Klassen-Medizin (2016: 67 Prozent) und 72 Prozent mit steigenden Kassenbeiträgen (2016: 81 Prozent). Wie man aber sieht, sind diese Werte im Vergleich zur Auswertung vor drei Jahren deutlich besser geworden.

Quelle: MLP Gesundheitsreport 2019

Was halten die Befragten von den jüngst umgesetzten Reformmaßnahmen? Sie verpufften, meinen die Bürger und Ärzte. In der Kritik stehen etwa die Maßnahmen für eine schnellere Terminvergabe: 57 Prozent der Bürger erwarten hier keine spürbaren Verbesserungen. 2016 hielten sie die Terminvergabestelle noch für eine gute Maßnahme (58 Prozent). Auch die Einführung einer Hausarztprämie stößt auf Skepsis: Etwas mehr als ein Drittel der Bürger lehnt diese ab, Ärzte hingegen befürworten diese Maßnahme (63 Prozent). Letztere kritisieren allerdings die Erweiterung der Sprechstunde auf 25 Wochenstunden (62 Prozent).

Eine umfassende Reform des Gesundheitswesens vermissen 46 Prozent der Bürger und 70 Prozent der Ärzte. Eine sehr große Mehrheit der Ärzte zeigt sich zugleich skeptisch, dass diese noch kommen wird (75 Prozent).

„Die Politik ist gefordert, strukturelle Verbesserungen anzugehen. Ein Herumdoktern an einzelnen Schwachstellen im System reicht nicht mehr, um unser Gesundheitswesen zukunftsfest zu machen – das zeigt unsere Studie sehr deutlich“, sagt Uwe Schroeder-Wildberg, Vorstandsvorsitzender von MLP.

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