„WISO“-Lockvogel Michael Herte ist Jurist und Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. © Screenshot ZDF
  • Von Lorenz Klein
  • 10.03.2020 um 12:28
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lesedauer Lesedauer: ca. 04:45 Min

Das ZDF-Verbrauchermagazin „WISO“ hat erneut die Beratungskompetenz von Versicherungsvermittlern unter die Lupe genommen – diesmal ging es um die private Altersvorsorge. Ein fiktives Ehepaar begab sich dazu in fünf Beratungsgespräche. Was darin passierte, erfahren Sie hier.

Im November vergangenen Jahres ging das ZDF-Verbrauchermagazin „WISO“ dieser Frage nach: „Wie gut beraten Versicherungsmakler?“. Damals war die Pflegezusatzversicherung das Thema (wir berichteten). Nun hat „WISO“ erneut eine „Lockvogel“-Kandidatin auserkoren: Zusammen mit ihrem fiktiven Ehemann führte sie insgesamt fünf Beratungsgespräche, um die eigene Altersvorsorge zu planen. Das Ganze wurde wie immer mit einer versteckten Kamera aufgezeichnet.

Bei dem „Ehemann“ handelt es sich um Michael Herte, Jurist und Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, wie zu Beginn des neunminütigen Einspielers erklärt wird.

Herte formuliert die finanziellen Wünsche des „WISO“-Ehepaars so: Zum einen soll das eigene Häuschen abbezahlt werden – in dem übrigens auch die fünf Test-Gespräche stattfinden, verstreutes Kinderspielzeug und gerahmte Bilder inklusive, um ja keinen Verdacht zu erregen. Zum anderen soll die künftige Ausbildung der beiden Kinder finanziert werden können.

„Das ist ganz wichtig und ich hoffe, das tun die auch, statt uns einfach nur Verträge zu verkaufen“, formuliert Herte die Anforderungen an die Test-Kandidaten. „Ich bin gespannt darauf, ob die Berater unsere Situation analysieren.“

>>> Hier geht es zum Video (9:05 Minuten)

Die Eckdaten der Lockvögel:

Die fiktive Geschichte der beiden Lockvögel lautet so: „Wir zahlen gemeinsam jeden Monat 800 Euro für unser Eigenheim ab“, erläutert die „Ehefrau“, bei der es sich in Wahrheit um die Journalistin Caroline Benzel handelt. Sie selbst ist im Film 41 Jahre alt. Mit ihrem „Mann“ hat sie zwei gemeinsame Kinder, ihre Rentenerwartung liegt „bei mageren“ 650 Euro“. Ihr Bruttoverdienst in Teilzeit beträgt 1.300 Euro. Sie besitzt keine zusätzliche Altersvorsorge.

Ihrem Ehemann gehe es hingegen „erheblich besser“. Er ist 42 Jahre, seine Rentenerwartung liegt „immerhin 1.300 Euro“, sein Bruttoverdienst lautet 3.200 Euro. Zudem sorgt er bereits mit einer Betriebsrente vor.

Die eingeladenen Finanzberater- und vermittler wurden laut „WISO“ im Voraus im Internet recherchiert. Na dann, also los:

„Schon beim ersten Berater erleben wir eine Überraschung“, berichtet Benzel – wobei leider nicht erklärt wird, welchen rechtlichen Staus dieser „Berater“ eigentlich hat. Na gut, vermutlich ein Makler. Und welche Überraschung erleben die beiden nun genau? „Er will uns erst beim dritten Treffen konkrete Produkte empfehlen“, sagt die Testerin. „Mir geht es erst einmal darum, ihre Wünsche und Ziele zu erfahren“, begründet der Berater sein Vorgehen (seine Aussagen werden, wie bei allen Kandidaten, von einem Sprecher nachgesprochen).

„Im Gespräch geht es aber zunächst nicht um unsere Wünsche und Ziele, sondern darum, dass wir den Berater weiterempfehlen sollen“, fährt Benzel aus dem Off fort. „Ihre Empfehlung ist unsere Bezahlung“, sagt der Berater. „Wie ist denn das zu verstehen? Entweder bezahle ich Sie oder empfehle ich sie?“, entgegnet „Ehefrau“ Benzel. „Natürlich empfehlen Sie uns nur, wenn sie auch zufrieden sind“, antwortet der Berater.

Dann schaltet sich Herte ins Gespräch ein: „Bekommen wir denn was dafür?“. „Wir können dann über Vergünstigungen sprechen“, so der Berater.

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Lorenz

Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

kommentare
Benjamin_tanis@outlook.de
Vor 2 Jahren

Das heißt, dass der zweite Berater gar nicht in Anspruch genommen wurde, da man die Daten nicht offenlegen wollte?

Lorenz
Vor 2 Jahren

So sieht es wohl aus. Wobei ein Offenlegen der Daten ja auch gar nicht möglich gewesen wäre, denn mit echten Steuerinformationen und Elterngeldbescheiden etc. hätte das Fantasie-Ehepaar ja gar nicht dienen können.

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Benjamin_tanis@outlook.de
Vor 2 Jahren

Das heißt, dass der zweite Berater gar nicht in Anspruch genommen wurde, da man die Daten nicht offenlegen wollte?

Lorenz
Vor 2 Jahren

So sieht es wohl aus. Wobei ein Offenlegen der Daten ja auch gar nicht möglich gewesen wäre, denn mit echten Steuerinformationen und Elterngeldbescheiden etc. hätte das Fantasie-Ehepaar ja gar nicht dienen können.

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