Pfefferminzia: Wie beurteilen Sie den Markt zur Arbeitskraftabsicherung (AKS) von Selbstständigen – haben die Versicherer bereits die richtige Antwort für diese anspruchsvolle Zielgruppe gefunden?

Michael Franke: Am Markt gibt es bereits eine breite Palette an Produkten, die für Selbstständige zur Absicherung der Arbeitskraft geeignet sind. Neben einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) kommen auch Erwerbsunfähigkeits- und Grundfähigkeitsversicherungen in Betracht.

Außerdem kann für Selbstständige eine Dread-Disease-Versicherung in Frage kommen, wenn Darlehensverpflichtungen erfüllt werden müssen oder eine Ersatzperson für die Geschäftsführung finanziert werden muss. Entscheidend ist hierbei, dass die persönlichen Gegebenheiten des Kunden in der Beratung berücksichtigt werden.

Können Sie näher erläutern, welche Faktoren im Beratungsgespräch eine Rolle spielen?

Neben dem Budget des Kunden spielen vor allem seine Risikoneigung, Vorerkrankungen und die ausgeübte Tätigkeit bei der Produktauswahl eine wichtige Rolle. In der Beratung muss außerdem klargestellt werden, dass es außerhalb der BU keinen Allroundschutz gibt.

Auf welche Versicherungsbedingungen müssen Selbstständige und Freiberufler eher achten als „normale Angestellte“?

Für Selbstständige oder Freiberufler ist eine detaillierte Regelung zur Ausgestaltung der Umorganisation wichtig. Bei einer möglichen – und zumutbaren – Umorganisation des Betriebes, der Praxis oder der Kanzlei prüfen Versicherer, ob sich hierdurch eine Berufsunfähigkeit vermeiden lässt. Bestimmte Voraussetzungen – beispielsweise zur wirtschaftlichen Angemessenheit – müssen für die Umorganisation von Selbstständigen erfüllt werden.