Mehr Durchblick bei Riester- und Rürup-Renten So sieht das neue Produktinformationsblatt aus

Der Versicherungsverband GDV erläutert anhand eines Muster-PIB, welche Informationen der Kunde darin findet.
Der Versicherungsverband GDV erläutert anhand eines Muster-PIB, welche Informationen der Kunde darin findet. © GDV

Seit 1. Januar gilt das neue Produktinformationsblatt (PIB) für Riester- und Rürup-Renten. Das PIB soll Verbraucher vor Vertragsabschluss unter anderem über garantierte Leistungen und Kosten informieren – und so mehr Vergleichbarkeit schaffen. Wie so ein PIB aussieht, lesen Sie hier.

| , aktualisiert um 14:27  Drucken
Das neue Produktinformationsblatt (PIB) kommt in zwei Ausführungen daher: Zum einen gibt es ein Muster-PIB, das Finanzdienstleister für jedes aktuell erhältliche Riester- beziehungsweise Rürup-Rentenprodukt auf ihrer Internetseite veröffentlichen müssen. Die darin verwendeten Daten basieren auf einem kinderlosen, unverheirateten Musterkunden. (Hier geht es zum Dokument).



Das individuelle PIB erhalten Kunden vor Vertragsabschluss. Darin tauchen folgende Kundendaten auf: Familienstand, Alter, vereinbarte Beitragshöhe und Vertragslaufzeit. 

„Form, Inhalt und Berechnungsmethoden sind bei beiden Produktinformationsblättern vom Gesetzgeber bis ins Detail vorgegeben“, erklärt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Durch die einheitliche Gliederung solle ein hoher Wiedererkennungswert erreicht werden. Zudem stünden alle Informationen bei allen Angeboten an genau der gleichen Stelle, was die Vergleichbarkeit deutlich erleichtere, so der GDV.

Der Verband erläutert anhand eines Muster-PIB, welche Informationen der Kunde darin findet. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

Chancen-Risiko-Klasse

Jedes Riester- und Basisrentenprodukt wird einer von fünf Chancen-Risiko-Klassen (CRK) zugeordnet: Bei der Chancen-Risiko-Klasse 1 handelt es sich um eine „sichere Anlage mit niedrigen Ertragschancen“, die höchste Stufe CRK 5 gilt für Produkte, die „hohe Ertragschancen mit hohen Risiken“ aufweisen. „Um in der Chancen-Risiko-Klasse 1 oder 2 zu landen, muss der Beitragserhalt garantiert werden“, erklärt der GDV. Die Zuordnung übernimmt die unabhängige Produktinformationsstelle Altersvorsorge – kurz PiA.

Beispielrechnung

Die Beispielrechnung im BIP zeigt laut GDV, mit welcher monatlichen Altersrente Verbraucher am Ende der Ansparphase rechnen können, wenn sie in ihren Vertrag wie geplant einzahlen und eine bestimmte jährliche Wertentwicklung eintritt. Dabei gilt: Je höher die Chancen-Risiko-Klasse des Produkts, desto größer kann die Wertentwicklung schwanken. Ein CRK-1-Produkt sieht beispielsweise eine Rendite von höchstens zwei Prozent pro Jahr vor. Zum Vergleich: Bei einem CRK-5-Produkt ohne Beitragserhalt schwankt die Rendite-Spanne zwischen einem Verlust von jährlich einem Prozent und einer Wertsteigerung von satten sieben Prozent pro Jahr.

Effektivkosten

Die Effektivkosten sollen dem Verbraucher zeigen, um wie viele Prozentpunkte die Rendite des Produkts durch anfallende Kosten gemindert wird. Die Effektivkosten werden laut GDV zum Beginn der Auszahlungsphase berechnet. Die angenommene Wertentwicklung vor Kosten sei dabei vorgegeben und richte sich nach der Chancen-Risiko-Klasse des jeweiligen Produkts. „Wird ein Vertrag vor dem Ende der vereinbarten Laufzeit gekündigt oder beitragsfrei gestellt, weichen die ausgewiesenen Effektivkosten von den tatsächlichen Kosten ab“, erklären die Versicherungsexperten.

Einzelne Kosten

In dieser Rubrik wird erklärt, welche Kosten dem Verbraucher berechnet werden dürfen. Dabei werden die Kosten in Euro und Cent sowie in Prozent der eingezahlten Beiträge und Zulagen beziehungsweise des gebildeten Kapitals angegeben. Zudem sind hier die Kosten für bestimmte Anlässe wie einen Anbieterwechsel, die Kapitalverwendung für eine eigengenutzte Immobilie sowie für den Versorgungsausgleich bei einer Scheidung aufgeführt.

Anbieterwechsel

Wollen Kunden ihren Riester-Anbieter wechseln, können sie das angesparte Kapital zum neuen Anbieter mit – darunter fallen Beiträge und Zulagen abzüglich der Kosten. „Wie sich die Höhe des so genannten Übertagungswertes im Zeitverlauf entwickelt, können Verbraucher der Rubrik Anbieterwechsel entnehmen“, erklärt der Verband. Die angenommene Wertentwicklung vor Kosten sei hier vorgegeben und richte sich nach der Chancen-Risiko-Klasse des jeweiligen Produkts.


Pfefferminzia HIGHNOON