Vertriebsexperte Tobias Haff. © privat
  • Von Karen Schmidt
  • 09.04.2021 um 14:19
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lesedauer Lesedauer: ca. 04:30 Min

Viele Vermittlerinnen und Vermittler machen noch zu wenig aus ihren Bestandskunden. Wer sie regelmäßig anspricht und die Daten sauber strukturiert und auswertet, kann mehr Umsatz machen, ist Vertriebsexperte Tobias Haff überzeugt. Ein neues Tool soll dabei helfen. Die Details erklärt er im Interview.

Wie schätzen Sie das betriebswirtschaftliche Potenzial dieses Ansatzes für Vermittler ein?

Es wäre jetzt etwas platt zu sagen: „Eine Aktion bringt 1.000 Euro“. Wenn man sich aber die Reaktionen ansieht, dann lässt sich durch Vertragsverdichtung und Neuabschlüsse über das Jahr auf jeden Fall ein vierstelliger Betrag bei einer durchschnittlichen Bestandsgröße dazuverdienen. Sehr viel wichtiger ist aber, wenn durch die Pflege der Kundenbeziehung das Wegfallen von Kundenbindungen verhindert wird. Denn es ist nicht nur teuer dann wieder Neukunden zu gewinnen, die Bestandsprovisionen fallen ja auch weg.

Der Vermittler hat dann also die Daten gesammelt, was kann er danach damit machen?

Eines unserer Ziele ist es, dass wir die Daten für den nahtlosen Produktabschluss nutzbar machen können. Das geht natürlich nur im Zusammenspiel mit Versicherern und den passenden Produkten und Tarifen. Damit wäre ein extrem automatisierbarer und – wie es so schön heißt – skalierbarer Prozess geschaffen. Grundsätzlich stehen alle Daten aber für weitere Analysen und Aktionen zur Verfügung. Je regelmäßiger die Interaktion mit dem Kundenbestand erfolgt und um so besser damit die Daten gepflegt werden, um so größer wird die Nutzungsmöglichkeit.

Was ist der nächste Schritt in der Entwicklung der Software?

Neben der gerade angesprochenen Integration von Online-Abschlussmöglichkeiten und der weiteren Prozessautomatisierung steht die Einbindung des Collectors in die Verarbeitung von Geschäftsvorfällen an. Zusammen mit der Datenserver eG entsteht gerade eine Lösung um eingehende Dokumente rund um den Bestandskunden – von der Police über Nachträge, Meldungen zu Beitragsrückständen oder Schadenmeldungen bis hin zu Kündigungswünschen – vertrieblich zu verarbeiten. Der Vermittler erhält nicht nur den Hinweis auf die Vorfälle selbst, sondern kann direkt Aktionen auslösen. Hier wird auch der Collector in die Prozesse eingebunden. Wenn ein Versicherungsbeitrag nicht eingezogen werden kann, dann ist es möglich, die neue Bankverbindung direkt per Klick über den Collector abzufragen. Hier gibt es viele Einsatzmöglichkeiten für effizientes, digitales Arbeiten.

Welche Kosten erwartet Vermittler, die Ihre Software einsetzen wollen? Und welche technischen Voraussetzungen gibt es?

Derzeit laufen die Gespräche um durch die Integration von Produktabschlussmöglichkeiten kostenfreie „sponsored by“-Varianten anbieten zu können. Wer das System unabhängig davon nutzen möchte, sollte für die Basisversion mit Kosten von etwa 30 bis 50 Euro pro Monat und Nutzer rechnen. Inklusive Bipro-Dokumentenabruf und deren Analyse und Verarbeitung bewegen sich die Kosten zwischen 70 und 120 Euro. Da der CRM-Kostenanteil der Software fix ist, hängt der Preis pro Nutzer auch stark von der Zahl an Mitarbeitern im jeweiligen Betrieb ab. Für den Einsatz selbst sind die technischen Hürden sehr niedrig angesetzt. Das es sich um eine Cloud-Lösung handelt, genügen Internet-Anschluss und Webbrowser.

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Karen

Karen Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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