Martin Schulz‘ Reformpläne Arbeitgeber sehen die Gefahr von Frühverrentung

SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz
SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz © Getty Images

Der Wahlkampf ist in vollem Gange und von Seiten der Arbeitgeber hagelt es derzeit vor allem Kritik für SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz. Statt einer Reform des Arbeitslosengeldes wollen sie, dass Deutschland sich auf die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt an sich konzentriert – sonst stehe keine Beschäftigung, sondern Frühverrentung auf der Agenda.

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SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz will eine Reform der Agenda 2010 – das stößt aber nicht überall auf fröhliche Gesichter. Gegen die „rückwärtsgewandten Vorschläge“ sprach sich etwa der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes BDA, Steffen Kampeter, aus. Die Vorschläge „verführen zu Warteschleifen, an deren Ende nicht Beschäftigung, sondern Frühverrentung steht“, sagt er gegenüber der Rheinischen Post.

Schulz‘ Pläne sehen unter anderem ein sogenanntes Arbeitsgeld Q vor. Jeder, der nach drei Monaten ohne Arbeit noch keinen neuen Job oder ein Stellenangebot hat, soll von der künftig in „Bundesagentur für Arbeit und Qualifizierung“ umbenannten Behörde einen Vorschlag für eine Weiterbildung erhalten.

Dabei soll das Arbeitslosengeld Q nicht auf einen Anspruch auf Arbeitslosengeld (ALG) angerechnet und stattdessen an die Teilnahme an beruflicher Weiterbildung gekoppelt werden, heißt es in einem SPD-Papier, das der Zeitung vorliegt. Ein 58-jähriger Arbeitnehmer hätte dann in der Praxis beispielsweise doppelt so viele Monate Anspruch auf Unterstützung – statt 24 nämlich 48.

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