Neubau eines Hauses in Hamburg. © picture alliance / Bildagentur-online/Ohde
  • Von Achim Nixdorf
  • 30.03.2021 um 17:46
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Die Immobilienpreise kennen in Deutschland seit geraumer Zeit nur noch eine Richtung – steil nach oben. Im vergangenen Jahr sind sie erneut um 10 Prozent gestiegen, zeigt eine aktuelle Untersuchung. Droht womöglich bald eine Immobilienblase?

Die extrem günstigen Kredit-Zinsen verbunden mit dem Wunsch nach Sicherheit und mangelnden Anlagealternativen lassen die Immobilienpreise in der Corona-Krise weiter steigen. Das geht aus einer Analyse des Baufinanzierers Interhyp hervor.

Danach sind die Immobilienpreise inklusive Nebenkosten im Corona-Jahr 2020 um mehr als 10 Prozent regelrecht explodiert. Der durchschnittliche Immobilienpreis in Deutschland beträgt damit aktuell rund 446.000 Euro (2019: 403.000 Euro). Auch die Darlehenssummen bei Erstfinanzierungen legten um fast 10 Prozent auf 330.000 Euro zu.

Quelle: Interhyp (Die Werte sind gerundet)

Die günstigen Zinsen erlauben dennoch in vielen Fällen bezahlbare Raten, zeigt die Untersuchung. So lag die durchschnittliche monatliche Rate 2020 bei rund 1.070 Euro, im Vergleich zu rund 925 Euro im Jahr 2010. Eine Hürde für den Wohneigentumserwerb könne aber das Eigenkapital sein. „Die hohen Kaufnebenkosten und Immobilienpreise erfordern mehr Eigenkapital als früher und sind für viele Menschen eine Hürde“, sagt Jörg Utecht, Vorstandsvorsitzender der Interhyp.

Große regionale Unterschiede

Die Markt-Analyse zeigt auch: Regional unterscheiden sich die Immobilienpreise zum Teil deutlich. Betrachtet man die Bundesländer, waren die durchschnittlichen Kaufpreise inklusive Nebenkosten im Jahr 2020 in Bayern (rund 580.000 Euro), Baden-Württemberg (rund 475.000 Euro), Berlin (rund 510.000 Euro), Hamburg (rund 640.000 Euro Euro) und Hessen (rund 490.000 Euro) am höchsten. Durchschnittlich am preiswertesten sind Häuser und Wohnungen in Sachsen-Anhalt (rund 265.000 Euro).

Besonders tief in die Tasche greifen müssen Häuslebauer laut Interhyp in vielen deutschen Großstädten. Den höchsten durchschnittlichen Kaufpreis inklusive Nebenkosten zahlen demnach Käufer in München (799.000 Euro) und Frankfurt am Main (700.000 Euro). Die Steigerung im Vergleich zum Jahr 2015 war in Berlin mit 48 Prozent am größten, gefolgt von Frankfurt (45 Prozent) und Hamburg (38 Prozent).

Droht eine Immobilienblase?

Für das laufende Jahr geht der Baufinanzierer von weiter steigenden Immobilienpreisen bei anhaltend günstigen Zins-Konditionen mit leichtem Aufwärtstrend aus. Ob sich daraus eine Immobilienblase entwickele, werde man genau beobachten, heißt es.

Bislang zeigten aber alle wichtigen Kennzahlen wie Tilgungsraten und Zinsbindung, dass Darlehensnehmer und Banken auch in der Corona-Krise weiterhin Wert auf eine sichere Finanzierung legten. „Die Menschen wohnen in der Regel selbst über Jahrzehnte in ihrer eigenen Immobilie und haben die Konditionen ihrer Finanzierung oft über mehr als zehn Jahre gesichert“, berichtet Interhyp.

Die Markt-Analyse wurde auf Basis von 700.000 Finanzierungen im Zeitraum von 2010 bis 2020 erstellt. Weitere Details finden Sie hier.

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Achim Nixdorf

Achim Nixdorf ist seit April 2019 Content- und Projekt-Manager bei Pfefferminzia. Davor arbeitete er als Tageszeitungs- und Zeitschriftenredakteur mit dem Fokus auf Verbraucher- und Ratgeberthemen.

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