Makler Sven Hennig über digitalen Krankenversicherer Ottonova „Viele Schwachstellen mit No-Gos“

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Ottonova – für viele Makler und Versicherungsmanager kommt der neue digitale Krankenversicherer einem Reizwort gleich. Dass das Münchener Start-Up nicht nur anders, sondern auch besser sein will, als die etablierten Unternehmen der privaten Krankenversicherung (PKV) nervt viele Branchenvertreter gewaltig. Versicherungsmakler und PKV-Experte Sven Hennig hat sich das Geschäftsmodell mal genauer angeschaut.

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Apropos raus – auch diesen Fall hat Hennig unter die Lupe genommen: „Tritt während der Versicherungszeit für eine versicherte Person Versicherungspflicht in der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung ein oder entsteht ein Anspruch auf Beihilfe beziehungsweise freie Heilfürsorge im Krankheitsfall, endet für die versicherte Person die Versicherung.“ Im Klartext: Der Kunde wird von Ottonova vor die Tür gesetzt, wenn dieser die Eingangsbedingungen der PKV nicht mehr erfüllt.

Die weitreichende Konsequenz dieser Regelung erläutert Hennig an einem Fall eines fiktiven Ottonova-Kunden: „Irgendwann im Laufe seines Lebens ändern sich seine beruflichen Pläne, Familie oder Beruf führen zu einer Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenkasse. Leider ist unser Kunde krank, chronisch krank sogar und musste/wollte vielleicht gerade deshalb seine Arbeitszeit reduzieren und wurde versicherungspflichtig.“

Keine Umwandlung in Zusatzversicherung möglich

Bei „normalen“ Anbietern kann dann der PKV-Tarif in eine Zusatzversicherung umgewandelt werden, erklärt Hennig – meist für ambulante, stationäre oder zahnärztliche Tarife getrennt oder zusammen. „So sichert sich der Versicherte auch weiterhin hochwertige Leistungen, denn eine neue Versicherung würde er nicht mehr bekommen.“ Allerdings: „Bei Ottonova geht das leider nicht“, stellt Hennig fest, denn es gäbe bei Ottonova gar keine Zusatzversicherungen. „Unser Kunde steht also komplett ohne Versicherungsschutz da und kann den dann anderweitig aus gesundheitlichen Gründen auch nicht mehr abschließen. DAS muss man wissen, VORHER.“ Ähnliche Probleme stellten sich bei der von Ottonova angebotenen Krankentagegeldversicherung.

Anwartschaft, die nichts nützt

Zudem gilt, dass sich der Kunde bei Eintritt von Arbeitslosigkeit oder Berufsunfähigkeit von Ottonova in eine Anwartschaft umstellen lassen könne, das „nützt ihm nur nix“, meint Hennig, „da dann kein Schutz mehr besteht“. Auch eine Weiterführung als ergänzendes Krankengeld zur gesetzlichen Krankenkasse sei leider nicht vorgesehen. Auch hier, „ein absolutes No-Go“, konstatiert der Makler verärgert, „denn wer kann sein Leben garantieren und weiß heute, wie es die kommenden Jahrzehnte aussieht?“, denn gerade die Personen, die sich oftmals mit dem System der PKV beschäftigten, hätten „ein wechselndes Berufsleben“, so Hennig.

Welche Tarife Ottonova bietet, für welche Zielgruppe sich die Tarife eignen und wie es um Leistungen und Kosten bestellt ist, erläutert der Makler hier.

Pfefferminzia-Zukunftstag 2019

Durchblick – der zweite Zukunftstag für Versicherungsprofis fand dieses Mal am 21. Mai in Köln statt. Hoch über den Dächern der Rhein-Metropole tauschten sich rund 100 Teilnehmer mit namhaften Referenten und Ausstellern über Zukunftsthemen in der Assekuranz aus. Verschaffen Sie sich hier einen Eindruck von der Veranstaltung.

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