Überschussbeteiligung kennt nur eine Richtung

Recht beliebt als Anlageprodukt war lange Zeit auch die klassische Rentenversicherung. Aber auch hier wirkt sich das Niedrigzinsumfeld aus, denn die Versicherer sind per Gesetz angehalten, sicher zu investieren. Der Garantiezins liegt bei diesen Produkten mittlerweile nur noch bei 0,9 Prozent.

Und auch die Überschussbeteiligung, die da noch draufkommt, kennt im Moment nur eine Richtung: abwärts. Für 2017 hat sie mit 2,61 Prozent im Branchendurchschnitt ein historisches Tief erreicht.

Für die Versicherer ist aber nicht nur das Erzielen von hohen Renditen am Kapitalmarkt mit sicheren Papieren gerade schwierig. Sie müssen außerdem für ihre hochverzinsten Altverträge hohe Rückstellungen bilden. Diese Zinszusatzreserve steigt stetig an, weil sie für immer neue Tarifgenerationen zu bilden ist.

Reserven für immer weitere Zinsgenerationen

Ausschlaggebend dafür ist ein Referenzzinssatz. Er sank für 2016 erstmals auf 2,54 Prozent; und damit mussten die Versicherer nun erstmals auch für Tarife mit einem Rechnungszins von 2,75 Prozent Reserven bilden. Fünf Tarifgenerationen müssen die Versicherer damit mittlerweile abdecken – 4,00 Prozent, 3,50 Prozent, 3,25 Prozent, 3,00 Prozent und 2,75 Prozent.

Und das kostet. 2016 mussten die Versicherer der Zinszusatzreserve 13 Milliarden Euro zuführen. Ein neuer Rekord – der aber schon dieses Jahr kassiert werden könnte. Prognosen der Rating-Agentur Assekurata zufolge müssen die Gesellschaften in diesem Jahr wohl 21 Milliarden Euro berappen. Das ist für die Versicherer ein wahrer Kraftakt.

Quelle: Assekurata

„Allein für die ZZR-Zuführung im Jahr 2016 mussten die Lebensversicherer rechnerisch 1,60 Prozent Nettozins aus ihren Kapitalanlagen erwirtschaften, was in dem extremen Niedrigzinsumfeld keine Selbstverständlichkeit ist“, sagt Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse und Bewertung der Rating-Agentur. Die zusätzlichen Anforderungen für dieses Jahr könnten einige Versicherer dann schon an den Rand des Machbaren bringen.

Die Assekurata-Analysten glauben nicht, dass viele Lebensversicherer nach Stellung der Reserve noch ein positives Kapitalanlage-Ergebnis schaffen werden.