Kritik aus Expertenkreisen Merz will Aktionäre bei der Altersvorsorge unterstützen

Ist einer der Kandidaten für den CDU-Vorsitz: Friedrich Merz.
Ist einer der Kandidaten für den CDU-Vorsitz: Friedrich Merz. © dpa/picture alliance

Friedrich Merz, Kandidat bei der Wahl des CDU-Vorsitzes, will Aktienkäufe durch Arbeitnehmer staatlich fördern – vor allem im Hinblick auf die Altersvorsorge. Doch an dem Vorschlag stören sich nicht nur politische Gegner, die auf Merz‘ Vergangenheit beim US-Vermögensverwalter Blackrock hinweisen – Kritik kommt auch von Wirtschaftsexperten.

| , aktualisiert am 07.01.2019 14:23  Drucken

Aktien können eine sinnvolle Vorsorgemöglichkeit sein. Friedrich Merz (CDU) forderte daher kürzlich laut Medienberichten eine Einführung steuerlicher Begünstigungen von Aktienkäufen. Damit wolle er Aktionäre beim Thema Vorsorge unterstützen. Aus Expertenkreisen hagelt es nun Kritik an dem Vorschlag.

Negativ äußerte sich beispielsweise der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, Michael Hüther, gegenüber der Rhein-Neckar-Zeitung: „Keine neue Förderung, sondern bestehende Systeme“ müsse man überprüfen, entgegnete der Ökonom. „Es gibt grundsätzlich keinen Grund bestimmte Anlageformen – wie Aktien oder Renten – steuerlich für die Altersvorsorge zu begünstigen.“ Programme wie Riester- und Rürup-Rente seien steuerliche Förderung genug.

Auch die Wirtschaftswissenschaftlerin Isabel Schnabel sagte der Welt, dass sie eine gezielte Begünstigung spezieller Anlageformen für „problematisch“ hält. „Besser wäre es, bestehende steuerliche Verzerrungen abzubauen.“

Der Leiter des Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) in München, Clemens Fuest, begrüßte zwar, dass „die Menschen in Deutschland mehr und intelligenter, also unter Einbeziehung von Aktien, für den Ruhestand sparen“. Einzelmaßnahmen wie ein Freibetrag seien in dieser Hinsicht aber „nicht zielführend“, zitierte die Welt den Ifo-Chef. Ganz anderer Meinung ist demnach sein Vorgänger Hans-Werner Sinn. Dieser sehe Merz’ Idee als „richtig und wichtig“ an. 

Gegenüber der ARD hatte Merz seinen Vorschlag kürzlich erneut gerechtfertigt:

„Ich musste meine Meinung da nie ändern und werde sie auch nicht ändern“, sagte er dem Sender. In seinen Augen sei „langfristige Beteiligung am Produktivkapital der Unternehmen“ eine verlässliche Vorsorgemethode. Man müsse nur früh genug anfangen, so der CDU-Politiker.

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