Kritik an der Kritik an Vergleichsportalen „Vermittler wünschen sich das Informationsmonopol zurück“

Mitarbeiter in der Zentrale des Vergleichsportals Check24 in München.
Mitarbeiter in der Zentrale des Vergleichsportals Check24 in München. © dpa/picture alliance

Von allen Ecken hagelt es derzeit Kritik an Vergleichsportalen. Versicherungsjournalist Herbert Fromme findet das übertrieben und vermutet reines Eigeninteresse. So wünschten sich Vermittler schlicht ihr Informationsmonopol zurück; Verbraucherschützer fürchteten die Konkurrenz bei der Aufklärung von Verbrauchern – und entgangene Gebühren.

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Die Vergleichsportale und das Internet hätten die Situation für Verbraucher grundsätzlich verbessert, meint Versicherungsjournalist Herbert Fromme in einem Kommentar für die Süddeutsche Zeitung. Denn: „Das Informations-Ungleichgewicht zwischen Verkäufer und Käufer hat sich verschoben, zugunsten der Kunden.“

Was er meint, illustriert Fromme an einem Beispiel. Wer vor 20 Jahren einen Versicherungsvertrag abschließen wollte, sei dem Vertreter oder Makler hilflos ausgeliefert gewesen. Er habe nur eine vage Idee davon gehabt, was ein Angebot kostet, hätte nur vergleichen können, indem er mehrmals einen Vermittler besucht und wäre auch danach nicht viel schlauer gewesen.

Ja, es gibt schwarze Schafe

„Die digital zugänglichen Vergleichsportale ändern das radikal“, meint Fromme. Auch wenn das Angebot nicht immer sauber sei, räumt der Journalist ein. Auch hier gebe es schwarze Schafe. Trotzdem sei eine pauschale Verdammung der Internet-Vergleicher fehl am Platz. Und beruhe auf leicht durchschaubaren Motiven.



Fromme: „Viele Versicherungsvermittler hätten am liebsten die alten Zeiten zurück, in denen sie das Informationsmonopol hatten. Wer Vergleichsportalen vorwirft, nicht alle Anbieter aufzulisten, selbst aber als Versicherungsvertreter genau eine einzige Gesellschaft vertritt, wirkt unglaubwürdig.“

Konkurrenz für Verbraucherzentralen

Auch die Verbraucherschützer fragt Fromme, warum sie so heftig reagieren. „Offenbar sehen sie die Portale als Konkurrenz, wenn es um die Unterrichtung und Aufklärung der Verbraucher geht. Schließlich leben die Verbraucherzentralen von Gebühren für die Beratung, zusätzlich zu staatlichen Zuschüssen.“

Fakt ist: Die „guten, alten Zeiten“ kommen nicht zurück. Bei den Defiziten der Vergleichsportale müssten Politik und Finanzaufsicht nacharbeiten. Die Verbraucherschützer müssten die digitalen Möglichkeiten besser nutzen und ein zentrales Verbraucherportal aufbauen.
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