Kritik am Opting-Out-Modell Verbraucherschützer warnen vor legalem Betrug in der bAV

Ein Siemens-Mitarbeiter arbeitet an einer Gasturbine.
Ein Siemens-Mitarbeiter arbeitet an einer Gasturbine. © Getty Images

Der Branchenverband GDV macht sich für eine Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge stark und plädiert dabei für das sogenannte Opting-Out. Verbraucherschützer warnen aber vor dieser Maßnahme. Die BAV-Angebote seien oft so schlecht, dass sie keine sinnvolle Altersvorsorge darstellten.

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Beim Opting-Out-Modell zahlen Arbeitnehmer automatisch in die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ein – es sei denn, sie lehnen das ausdrücklich schriftlich ab. Das soll zu einer stärkeren Verbreitung der bAV führen.

Die Verbraucherschutzorganisation Bund der Versicherten warnt nun aber vor diesem Vorgehen. Die derzeitigen Angebote seien oft qualitativ zu schlecht, um eine sinnvolle Vorsorge darzustellen. „Schlechte Rentabilität und Intransparenz wie wir sie aus der Lebensversicherung und der Riester-Rente kennen, gibt es auch in der betrieblichen Altersvorsorge. Bevor gesetzlich ein Einzahl-Automatismus festgeschrieben wird, müssen die Angebote besser werden“, so Vorstandssprecher Axel Kleinlein.

Anders als in der privaten Vorsorge würden in der betrieblichen Variante auch Risiken für den Arbeitgeber hinzutreten: „Besonders kleine und mittelständische Unternehmen stehen bei einer quasi-verpflichtenden Vorsorge vor ernsten Haftungsfragen“, erklärt Kleinlein.

Viele der betrieblichen Angebote seien ähnlich überteuert kalkuliert wie die privaten Angebote der Lebensversicherer und basierten letztlich auf der Hoffnung einer akzeptablen Überschussbeteiligung. „Mit neuen Gesetzen wurde in den vergangenen Jahren die Überschussbeteiligung massiv geschwächt, ebenso in der betrieblichen Altersvorsorge. Daher gilt auch hier, dass viele Angebote letztlich legaler Betrug sind“, so Kleinlein.
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