Kreditversicherer warnen Zahlungsmoral in China sinkt und Insolvenzen steigen

Peking: Die goldenen Jahre sind in China vorbei. Denn chinesische Unternehmen hatten 2015 mehr Zahlungsverzögerungen, mehr Zahlungsausfällen und mehr Insolvenzen als in den Jahren zuvor.
Peking: Die goldenen Jahre sind in China vorbei. Denn chinesische Unternehmen hatten 2015 mehr Zahlungsverzögerungen, mehr Zahlungsausfällen und mehr Insolvenzen als in den Jahren zuvor. © Getty Images

Wenn Unternehmenskunden nicht zahlen wollen oder aber auch nicht mehr können, dann fangen Kreditversicherer dieses Risiko auf. Während die Branche für den deutschen Markt optimistisch ist, scheint das Exportrisiko in Schwellenländer jedoch weiter zu steigen. Ein Ausblick.

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„China hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Absatzmärkte für deutsche Produzenten entwickelt. Aber die Zahlungsmoral sinkt und die Insolvenzen steigen. Dazu kommt, dass chinesische Gerichte kaum dabei helfen, ausstehende Forderungen durchzusetzen. Wer als Exporteur in China auf Erfolgskurs bleiben will, braucht einen guten Risiko-Kompass“, warnt Thomas Langen, Experte für Kreditversicherung beim Versicherer-Verband GDV.

Ähnlich sehen das die Kreditversicherer selbst. Auf ihrer Jahres-Pressekonferenz sollen sie laut GDV davon berichtet haben, dass Exporteure immer länger auf Zahlungseingänge ihrer chinesische Abnehmer warten müssen. Auch sollen sich die Zahlungsausfälle zunehmend häufen. Für 2015 erwartet die Branche deshalb in China 25 Prozent mehr Unternehmensinsolvenzen. Diese Zahl könnte 2016 zudem um weitere 20 Prozent steigen.

Zwischenfazit für 2015: Bis Ende Oktober haben die Kreditversicherer für das Jahr 2015 bereits Ausfallrisiken in Höhe von knapp 430 Milliarden Euro abgesichert - also 0,7 Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Der Schadenaufwand (402 Millionen Euro) soll in diesem Zeitraum allerdings um zirka 3,9 Prozent niedriger gewesen sein. Zudem: Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland soll 2015 bei 23.400 gelegen haben. Das sind 3 Prozent weniger als 2014. Für 2016 gehen die Versicherer von einem weiteren Rückgang um 2 Prozent aus.

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