Krebsdiagnose Krankenkasse will Verlegungsfahrt nicht bezahlen

Ein Rettungswagen des Bayerischen Roten Kreuz in Münchens Innenstadt. Bei einem Krankentransport zur Verlegung in ein anderes Krankenhaus, um die psychische Belastung der Erkrankung zu reduzieren, muss die Krankenkasse eigentlich die Kosten übernehmen.
Ein Rettungswagen des Bayerischen Roten Kreuz in Münchens Innenstadt. Bei einem Krankentransport zur Verlegung in ein anderes Krankenhaus, um die psychische Belastung der Erkrankung zu reduzieren, muss die Krankenkasse eigentlich die Kosten übernehmen. © dpa/picture alliance

Einer Frau aus Hannover wird während eines Besuchs in München ein Krebsleiden diagnostiziert – sie habe nur noch kurze Zeit zu leben, so die Ärzte. Zurück in der Heimat gibt es Entwarnung: Kein Krebs. Die Krankenkasse weigert sich daher, die 2.200 Euro für den Transport per Krankenwagen zu übernehmen. Hier kommen die Details.

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Eine Seniorin verreist mit ihren Kindern von Niedersachsen nach München, um dort Silvester zu feiern. Aufgrund von Bauchschmerzen muss sie jedoch ins Krankenhaus. Die niederschmetternde Diagnose: Bauchspeicheldrüsenkrebs im Endstadium. Vermutlich habe sie nur noch kurze Zeit zu leben. Die Ärzte empfehlen einen liegenden Transport in einem Krankenwagen gen Heimat, da eine Zug- oder auch Autofahrt nicht zumutbar sei.

Zurück in Hannover ergeben weitere Untersuchungen: Es ist doch kein Krebs. Die Krankenkasse weigert sich daraufhin, die Kosten des Krankentransports in Höhe von 2.200 Euro zu übernehmen. Er sei nicht notwendig gewesen, heißt es.

Gegen das Vorgehen der Kasse regt sich nun Widerstand: „Die Ablehnung der Kostenübernahme ist für uns nicht nachvollziehbar“, sagt Kai Kirchner, Gesundheitsexperte der Verbraucherzentrale Niedersachsen. „Eine Krebsdiagnose dieser Härte sollte Grund genug für die Verlegung in ein wohnortnahes Krankenhaus sein.“

Auch rechtlich sieht der Experte den Fall klar. „Per Gesetz ist geregelt, dass eine medizinische Notwendigkeit für einen Krankentransport auch dann gegeben ist, wenn dadurch psychische Belastungen reduziert werden.“ Dies sei hier eindeutig der Fall. Es sei nicht zumutbar, dass eine tödlich erkrankte Patientin neben der Diagnose auch noch die Trennung von ihrer Familie verkraften müsse. „Wir hoffen sehr, dass die Krankenkasse einlenkt und die Kosten übernimmt“, so Kirchner.

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